„Atlantic“-Magazin: Historische US-Niederlage im Iran

Von Thomas Oysmüller – 11. Mai 2026

Das globalistische US-amerikanische Magazin The Atlantic hat mit einem Beitrag von Robert Kagan für Aufsehen gesorgt. Der bekannte Neokonservative und Ehemann von „Fuck the EU“ Victoria Nuland sieht im Krieg gegen den Iran eine „totale Niederlage“ der USA.

Robert Kagan ist nicht nur Ehemann von Victoria Nuland, sondern auch Mitbegründer des Project for the New American Century. Der Neokonservative ist ein Unterstützer militärischer Interventionen, umso verblüffender ist sein Resümee zum Krieg gegen den Iran: Eine „totale Niederlage“ hätten die USA im Krieg gegen den Iran erlitten, die in der Geschichte der USA beispiellos sei. „Schachmatt im Iran“, heißt der Artikel deshalb eindeutig.

Diese militärische Tatsache könne „weder repariert noch ignoriert werden“. Nach 37 Tagen intensiver Bombardements durch USA und Israel wurden zwar große Teile der iranischen Führung getötet und erhebliche militärische Kapazitäten zerstört, doch Teheran hat nicht nur überlebt, sondern seine strategische Position sogar gestärkt. Der Iran könne durch seine Kontrolle über die Straße von Hormus ‒Trump dürfte das anders sehen ‒, den Öltransport selektiv kontrollieren, Zölle erheben oder den Zugang für „unfreundliche“ Nationen einschränken. Die USA mit ihrer überlegenen Marine schaffen es nicht, die Meerenge ohne unverhältnismäßig hohe Kosten und Risiken dauerhaft zu öffnen.

Kagan vergleicht die Lage mit früheren US-Niederlagen in Vietnam und Afghanistan. Diese seien kostspielig gewesen, hätten aber Amerikas globale Position nicht grundlegend geschwächt. Die Iran-Niederlage hingegen sei „qualitativ anders“.

Sie markiere den Beginn einer Kettenreaktion: Golfstaaten werden sich mit dem neuen regionalen Machtfaktor Iran arrangieren müssen. „Verbündete“ in Asien und Europa können an den USA zweifeln. Die US-Waffenbestände sind nach kurzer Kriegsdauer bereits bedenklich geschrumpft, auch das sieht Trump anders.

Das Image der USA als unzuverlässiger Partner, der nicht zu Ende führt, was er beginnt, breitet sich aus. „In der Region hat sich die USA als Papiertiger erwiesen“, schreibt Kagan. Zu bedenken ist allerdings, dass Kagan und sein Netzwerk innenpolitisch auf Gegnerschaft mit Trump getrimmt sind. Das bedeutet nicht sofort, dass seine Schlüsse falsch sein mögen. Doch es ist wichtig bei der Einordnung des Artikels: Kagan ist seit Jahren ein vehementer Gegner von Trump.

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