Schluss mit nett

Von Wolf Wetzel – 30. April 2026

Der strauchelnde US-Präsident nimmt den Mund wie so oft voll und droht dem Iran, mit seiner bisherigen „gemäßigten“ Politik sei es jetzt vorbei.

Ein Mordanschlag hat entscheidend dazu beigetragen, Donald Trump ins Amt des US-Präsidenten zu hieven. Kommt der zweite Attentatsversuch am 25. April ihm nun gelegen, um sich dort zu halten? Jedenfalls könnte Trump einen auf dem Mitleidseffekt basierenden PR-Coup derzeit gut gebrauchen. Sein Stern ist auch in jenen Kreisen der US-Bevölkerung am Sinken, die den Rabauken im Weißen Haus bisher als smarten Deal-Maker und ehrlichen Kerl verehrt haben, der sein Herz auf der Zunge trägt. Ein teurer und riskanter Krieg gegen einen potenten Gegner — den Iran — ist eine Sache; ein Krieg, der zudem noch in einer Niederlage enden könnte, wäre dann wohl des Guten zu viel. Da ist es nur eine skurrile Randnotiz, dass die mangelnde Fähigkeit des Präsidenten zu einer realistischen Selbsteinschätzung nun neue Blüten treibt. Nicht genug damit, dass er sich als KI-generierter Heiland in den Fußstapfen des Herren wähnte. Er wolle jetzt „kein Mister Nice Guy“ mehr sein, gab Trump zu Protokoll, als sei sein bisheriges Verhalten, das Tod und Verwüstung über den Iran gebracht hatte, „nice“ gewesen.

Beim Verfassen dieses Beitrages schlich immer wieder der Gedanke um mich herum: Dieser hier ablaufende präsidiale Amoklauf ruft doch geradezu nach einem Attentat.

Genau dieses Szenario spielte sich vor illustrer Kulisse am 25. März 2026 im zweiten Untergeschoss des Hilton Hotels in Washington ab. Beim traditionellen Hauptstadtkorrespondenten-Dinner nahm neben dem Vizepräsidenten JD Vance auch sein Boss teil. Obwohl kein einziger Schuss im Ballsaal abgegeben wurde, waren alle Kameras auf die Rettung der beiden Regierungsvertreter gerichtet:

„Die Schüsse fielen in einem Kontrollbereich außerhalb des Festsaals, kurz bevor Trump das Wort ergreifen sollte. Der US-Präsident und seine Frau Melania wurden rasch von Sicherheitskräften abgeschirmt und in Sicherheit gebracht. Auch Vize-Präsident JD Vance und alle anderen beteiligten Kabinettsmitglieder überstanden den Vorfall nach Trumps Angaben unversehrt“, berichtet n-tv.de am 26. April 2026.

Man sollte sich das Drehbuch eines zurückliegenden „Anschlages“ auf den damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump am 13. Juli 2024 genau anschauen. Damals war der einzige Ort, von dem man aus die Bühne ins Visier nehmen konnte, freigehalten worden. Ein Flachdach als „Einladung“, um von dort aus Schüsse auf die Bühne abzugeben. Zurück blieben vor allem die heldenhaften Posen eines Donald Trumps, umgeben von Sicherheitsbeamten, die sich alle Mühe gaben, Donald Trump von der sofortigen Wiederauferstehung abzubringen. Das Fazit kann man so zusammenfassen: Das gescheiterte Attentat auf Trump war gelungen. Trump ist vom Kriminellen zum Messias aufgestiegen.

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