54. Tag im Angriffskrieg von USA und Israel gegen den Iran und den Libanon – „Waffenstillstand“ eine Farce (Ticker 21:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer – 22. April 2026

Status im völkerrechtswidrigen US-Israel Angriffskrieg gegen den Iran und den Libanon: Der „Waffenstillstand“ ist eine Farce – Blockade, Zerstörung und Besatzung gehen unvermindert weiter. Auch der heutige Tag brachte Blockade und aufgehaltene Schiffe. Im Libanon bricht mittlerweile Israel regelmäßig den Waffenstillstand und tötet Zivilisten, Journalisten und Sanitäter, offenbar bewusst und absichtlich.

Während die Mainstream-Medien in Europa und den USA Donald Trumps jüngsten Tweet als „Schritt zur Deeskalation“ feiern, sieht die Realität – wie immer – völlig anders aus. Der selbsternannte Friedenspräsident hat den „Ceasefire“ mit dem Iran verlängert. Aber: Die US-Marine blockiert weiterhin die iranischen Häfen, zerstört Handelsschiffe und übt maximalen wirtschaftlichen Druck aus. Das ist kein Waffenstillstand. Das ist Krieg mit anderen Mitteln. Und im Libanon baut Israel gerade eine neue Besatzungszone südlich des Litani-Flusses auf – genau wie im Gazastreifen, nur dass hier niemand hinschaut.

Trump auf Truth Social, 21. April 2026:

„Der Iran steht finanziell vor dem Zusammenbruch! Sie wollen, dass die Straße von Hormus sofort geöffnet wird. Sie sind buchstäblich auf Bargeld angewiesen! Sie verlieren täglich 500 Millionen Dollar. Armee und Polizei beklagen sich darüber, dass sie keinen Lohn erhalten.“

Der Mann, der angeblich „America First“ will, gibt zu, dass er den Iran wirtschaftlich aushungern lässt. Gleichzeitig bittet er Pakistan um Vermittlung, weil Teheran angeblich „gebrochen“ sei. Die iranische Reaktion kam prompt und unmissverständlich. Außenminister Abbas Araqchi nannte die Blockade der Häfen einen „act of war“ und einen klaren Verstoß gegen jeden Waffenstillstand. „Teheran weiß, wie man sich gegen Schikanen wehrt“, ließ der iranische Außenminister wissen. Und das ist keine leere Drohung.

Iranische Quellen (Press TV, Tasnim, Fars) berichten von beeindruckender Widerstandsfähigkeit: Über 170 US-israelische Drohnen wurden in den letzten Wochen abgeschossen, sechs gesprengte Brücken in nur 96 Stunden wieder aufgebaut, die Ghadir-U-Boote haben die Straße von Hormuz zur Todesfalle für Aggressoren gemacht. Die Sejjil-2-Raketen und „Operation True Promise 4“ haben gezeigt, dass die iranische Raketenabwehr und Gegenangriffe die US- und israelische Kriegsmaschinerie ernsthaft in Verlegenheit gebracht haben. Ein IRGC-Kommandeur warnte unmissverständlich: „Sobald der Feind nach dem Waffenstillstand einen Fehler macht, schlagen wir dort zu, wo du es sagst.“

Libanon: weiter illegale israelische Besetzung und Zerstörungen im Süden

Im Libanon läuft das gleiche perfide Spiel.Trotz angeblichem Waffenstillstand zerstört die israelische Armee weiterhin Häuser, Schulen und Brücken im Süden des Landes – unter anderem in al-Bayyadah und Khiam. Israel kündigt offen an, Brücken und das Gebiet südlich des Litani-Flusses unter Kontrolle zu bringen und eine „Sicherheitszone“ zu errichten. Über 50 Dörfer sollen evakuiert bleiben. Die Bilanz der israelischen Angriffe: 2.454 Tote und über 7.658 Verletzte allein im Libanon. Hezbollah antwortet mit gezielten Raketen- und Drohnenangriffen auf israelische Stellungen – genau wie es das Recht auf Selbstverteidigung vorsieht. Der libanesische Premierminister träumt von der Entwaffnung von Hezbollah, während Israel gleichzeitig die Besatzung ausbaut. Das ist keine Friedenspolitik. Das ist klassische zionistische Landnahme.

Keine Verhandlungen ohne echten Waffenstillstand

Die iranische Führung lehnt jede Verhandlung unter Drohung und Blockade ab. Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf: „No talks under threat.“ Iran hat neue militärische „Überraschungen“ vorbereitet und bleibt auf 100 Prozent Gefechtsbereitschaft. Der Angriff auf das iranische Handelsschiff „Touska“ im Golf von Oman wird von Teheran als „Piraterie und Terrorakt“ verurteilt – zu Recht.

Was hier wirklich passiert, ist der verzweifelte Versuch des US-israelischen Machtblocks, die Achse des Widerstands (Iran, Hezbollah, Jemen) zu brechen.

Der wirtschaftliche Krieg mit Blockade und Sanktionen funktioniert nicht mehr so wie früher. Stattdessen steigen die Preise für Düngemittel und Energie weltweit, die globale Lieferketten geraten unter Druck – und der Westen zahlt am Ende selbst den Preis dafür. Während Trump auf Truth Social von „collapsing Iran“ fantasiert, zeigen die Bilder aus Teheran und Beirut etwas ganz anderes: ein Volk, das sich nicht einschüchtern lässt, und eine Widerstandsachse, die militärisch und moralisch standhält.

EU folgt NATO-Narrativ

Die EU und die deutschsprachigen Medien schweigen oder wiederholen brav die NATO-Narrative. Dabei ist klar: Dieser Konflikt ist kein „Nahost-Problem“. Er ist der Versuch, eine multipolare Welt zu verhindern. Solange Washington und Tel Aviv mit Blockaden, Besatzung und gezielter Zerstörung weitermachen, bleibt der „Ceasefire“ genau das, was er ist – eine Lüge, um Zeit zu gewinnen und die nächste Eskalationsstufe vorzubereiten.

Die Iraner und Libanesen haben es längst verstanden: Frieden gibt es nur aus einer Position der Stärke. Und genau diese Stärke zeigen sie gerade – trotz aller westlichen Propaganda und trotz aller Versuche, sie wirtschaftlich und militärisch in die Knie zu zwingen.

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