Von Peter F. Mayer – 3. Mai 2026

Während die Welt auf einen möglichen Waffenstillstand im US-Iran-Krieg wartet, zeigen die Ereignisse des 3. Mai 2026 ein klares Bild: Die asymmetrische Kriegsführung von Hisbollah und iranischen Kräften setzt der hochtechnisierten Übermacht Israels und der USA zu. Die Diplomatie wird mit einem 14-Punkte-Plan des Iran fortgesetzt. Nun wird auf eine Antwort der USA gewartet.
Hier die wichtigsten Entwicklungen des Tages, gestützt auf Berichte aus der Region. Laut Berichten von Fars News Agency äußerte Russland seine Bereitschaft, bei der Beendigung des US-israelischen Krieges gegen Iran zu helfen. Der russische Außenminister Sergey Lawrovw signalisierte, Moskau sei bereit, jede notwendige Unterstützung zu leisten, um den Frieden in Westasien wiederherzustellen. Gleichzeitig eskaliert Israel seine Operationen südlich des Litani-Flusses im Libanon – mit Vertreibungsanordnungen, Zerstörung christlicher Einrichtungen und hohen eigenen Verlusten durch billige Drohnen. Die „unbesiegbare“ Armee erweist sich einmal mehr als verwundbar.
Irans 14-Punke-Plan
In ihrem Vorschlag hatten die USA einen zweimonatigen Waffenstillstand gefordert, doch der Iran betonte, dass die Streitfragen innerhalb von 30 Tagen gelöst werden müssten und dass der Schwerpunkt nicht mehr auf der Verlängerung des Waffenstillstands, sondern auf der „Beendigung des Krieges“ liegen sollte.
Themen wie Nichtangriffsgarantien, der Abzug der US-Streitkräfte aus den Gebieten rund um den Iran, die Aufhebung der Seeblockade, die Freigabe der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte, die Zahlung von Entschädigungen, die Aufhebung der Sanktionen und die Beendigung des Krieges an allen Fronten, einschließlich des Libanon, sowie ein neuer Mechanismus für die Straße von Hormus gehören zu den Themen, die in dem 14-Punkte-Vorschlag des Iran enthalten sind.
Der Iran wartet auf eine offizielle Antwort der USA auf die Vorschläge. (Tasnim News)
Iran kontert die US-Blockade – Supertanker durchbricht die Linien
Iranische Kräfte demonstrieren weiterhin Entschlossenheit gegen die US-Seeblockade. Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars News berichtet, hat ein riesiger iranischer Supertanker die US-Überwachungslinie durchbrochen und ist mit einer Rohölladung im Wert von 220 Millionen Dollar auf dem Weg in den Fernen Osten. Parallel dazu hat Pakistan offiziell Transitgüter über seine Häfen Gwadar, Karachi und Qasim für den Iran freigegeben – ein neuer Transitkorridor, der den südlichen iranischen Häfen als Ausweichmöglichkeit bei einer Seeblockade dient. Ein Militärberater des iranischen Revolutionsführers drohte zudem, die Straße von Hormus zum „Friedhof“ US-amerikanischer Flugzeugträger und Truppen zu machen. Die Islamische Revolutionsgarden (IRGC) warnte Washington: „Die Optionen der USA werden enger. Trump muss zwischen einer unmöglichen Militäroperation oder einem schlechten Deal wählen.“ (Fars News, aktuelle Berichte vom 3. Mai)
US-Präsident Donald Trump prüft derzeit Irans 14-Punkte-Friedensvorschlag, signalisiert aber Skepsis. Auf Truth Social schrieb er, er könne sich nicht vorstellen, dass Iran „einen [ausreichend hohen] Preis für das gezahlt hat, was es der Menschheit und der Welt in den letzten 47 Jahren angetan hat“. Gleichzeitig kündigte er weitere Truppenabzüge aus Deutschland an. Eine ABC/Washington-Post-Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der [US-]Amerikaner die USA in die falsche Richtung steuern sehen – maßgeblich wegen der Ölkrise und steigender Benzinpreise durch den Iran-Krieg. Die vorläufige Opferbilanz der US-israelischen Angriffe auf den Iran liegt bei 3.375 Toten. (Middle East Eye-Live-Update und Al Jazeera-Berichterstattung).