Von Jochen Mitschka – 18. April 2026

Die Lage hatte sich nach dem Waffenstillstand im Libanon auf hohem Niveau stabilisiert. Dies nachdem der Iran, wie zu Beginn des Waffenstillstands mit den USA versprochen, die Öffnung der Straße von Hormus für Schiffe auch von und für nicht befreundete und nicht neutrale Länder erklärt hatte. Daher ersetzen wir den Ticker nun mit einer Tageszusammenfassung der Ereignisse. SONDERMELDUNG – Straße von Hormus wieder geschlossen.
Nur rein kommerziell genutzte Schiffe können die Straße benutzen. Auch Schiffe von Parteien die aktiv in den Krieg oder die Blockade involviert sind, werden ausgeschlossen. D.h. jene Golfstaaten, die zwar Überflugrechte vergaben und Militärbasen für die USA, aber nicht aktiv an Angriffen beteiligt waren, können auch wieder die Straße benutzen
- Die Verwaltung, und die Entscheidung, welche Schiffe passieren dürfen, obliegt dem Iran. Der Iran entscheidet.
- Die Durchfahrt ist ausschließlich auf der vom Iran festgelegten Route erlaubt. Diese ist auch vermutlich die einzige, welche sicher ist.
Diese Regelung ist allerdings auf die Dauer der Waffenruhe im Libanon beschränkt. Der Iran hat nach der Öffnung der Straße von Hormuz am 17. April 2026 explizit gewarnt, dass die Freigabe wieder zurückgenommen werden könnte, falls die USA ihre Blockade iranischer Häfen und Schiffe aufrechterhalten. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte auf X, die Straße von Hormuz „werde nicht offen bleiben“, solange die US-Blockade fortbestehe.
Die Revolutionsgarde (IRGC) teilte mit, die Kontrolle über die Meerenge kehre in den vorherigen Zustand zurück, da die USA ihre „Seeräuberei“ und Blockade nicht aufgehoben hätten; die Durchfahrt bleibe daher „streng kontrolliert“, bis die volle Navigationsfreiheit für iranische Häfen wiederhergestellt sei.
Auch iranische Staatsmedien und Sprecher der Verteidigungsbehörde betonten am 18. April 2026, die Öffnung sei nur vorübergehend und bedingt durch den Libanon-Waffenstillstand sowie das Verhalten der USA.
Zu den Mautgebühren (Transit- oder Passagegebühren):
Es ist weiterhin davon auszugehen, dass Schiffe Gebühren zahlen müssen oder zumindest mit solchen konfrontiert werden können, auch nach der aktuellen Öffnung. Der Iran hat bereits seit März 2026 von ausgewählten kommerziellen Schiffen Transitgebühren von bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Durchfahrt für die „sichere Passage“ verlangt – teils ad hoc, teils über Koordinationszahlungen an die IRGC oder die Hafenbehörde.
Das iranische Parlament hat Pläne zur Formalisierung solcher Gebühren vorangetrieben, um die „Souveränität und Sicherheit“ der Meerenge zu gewährleisten; diese Gebühren gelten als Gegenleistung für die iranische Koordination und die Nutzung der vorgeschriebenen Route (oft nördlich um Larak Island).
In der Öffnungserklärung vom 17. April 2026 wird keine Aufhebung dieser Gebühren erwähnt; im Gegenteil betont der Iran weiterhin die volle Kontrolle über Genehmigungen und Routen, was die bisherige Praxis der Gebührenerhebung nicht ausschließt. Die aktuelle vorübergehende Öffnung der Straße von Hormus für kommerzielle Schiffe (seit 17. April 2026) erwähnt ebenfalls keine neue gesetzliche Mautpflicht, sondern bleibt bei der bestehenden iranischen Kontrolle und Koordinationspflicht.