Von TASS (Übersetzung: Thomas Röper) – 4. Januar 2026

Die weltweiten Medien sind sich in ihrer Analyse über die Vorgänge in Venezuela weitgehend einig und finden teilweise sehr deutliche Worte zu Trumps Vorgehen, während die meisten Politiker der sich mit einer Verurteilung des illegalen US-Angriffs schwer tun.
Die russische Nachrichtenagentur TASS hat eine lange Liste von Reaktionen internationaler Medien auf Trumps Angriff auf Venezuela veröffentlicht, die ich übersetzt habe: […]
Zusammenbruch des Völkerrechts: Weltweite Medien zur US-Operation gegen Venezuela
Die Ergreifung Maduros und die US-Militäroperation in Venezuela haben eine weltweite diplomatische Krise ausgelöst. Medien bezeichnen Trumps Vorgehen als „Verstoß gegen das Völkerrecht“ und „Bruch juristischer Tabus“, ja sogar als „faschistischen Akt“ zur Aneignung von Öl. Die Operation zielt angeblich darauf ab, Zugang zu den größten Ölreserven zu erhalten und Russland und Iran zu verdrängen. Beobachter warnen vor der Gefahr eines Bürgerkriegs und einer Flüchtlingswelle in die USA und nach Lateinamerika.
The Washington Post: Dieses strategische Abenteuer mit unvorhersehbaren Folgen in einer Region mit tiefen Spaltungen verändert die Sicherheitsdynamik auf dem gesamten Kontinent grundlegend. Die Angriffe haben sowohl Amerikas Verbündeten als auch seinen Gegnern sofort deutlich gemacht, dass die Bedrohung durch die US-Militärmacht unbestreitbar real ist.
The New York Times: Eine plausible Erklärung für die Angriffe findet sich in Trumps kürzlich veröffentlichter Nationaler Sicherheitsstrategie, die sein Recht auf Vorherrschaft in Lateinamerika untermauert. Venezuela scheint das erste Land zu sein, das von diesem neuen Imperialismus vereinnahmt wird. Dieser Kurs offenbart Amerikas gefährliche und illegitime Vorstellung von seiner Rolle in der Welt.
The New York Times: Trump machte eines deutlich: Diese Militäroperation wurde nicht nur durchgeführt, um einen wegen Drogenhandels angeklagten Machthaber zu stürzen, sondern auch, um den USA einen besseren Zugang zu Venezuelas Ölreserven zu verschaffen.
The Wall Street Journal: Für einen Präsidenten, der seinen Vorgängern jahrelang vorgeworfen hat, Länder verändern zu wollen, deren Wesen sie nicht verstanden, markierte die Operation in Venezuela eine radikale Kehrtwende.
Venezolana de Television: Im Kontext der US-Militäroperation gegen Venezuela muss klar sein, dass die USA ihre Ölreserven erschöpft haben. Heute ist ein neuer Tag angebrochen, an dem das venezolanische Volk lautstark seine Ablehnung der Bombardierungen durch die US-Regierung und seine volle Unterstützung für Präsident Nicolás Maduro zum Ausdruck bringt.
La Nación: Die Operation in Venezuela fügt sich in eine abrupte Wende in der amerikanischen Außenpolitik ein, die auf Trumps Weltbild eines Systems von Einflusssphären basiert. Für den republikanischen Magnaten ist die westliche Hemisphäre seine exklusive Kontrollzone, was viele Analysten als Rückkehr und Radikalisierung der Monroe-Doktrin werten.
La Nación: Es geht hier um die Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates … Die USA haben die gläserne Wand durchbrochen, das Prinzip, dass die Einmischung in die Angelegenheiten eines anderen souveränen Staates als inakzeptabel galt … Möglicherweise hat eine neue historische Ära begonnen.
O Globo: Die US-Aktionen zur Festnahme Maduros schaffen einen gefährlichen Präzedenzfall in der internationalen Geopolitik … Fast alle sind sich einig, dass Trumps Vorgehen völkerrechtswidrig war. Venezuela hat die USA nicht angegriffen.
Folha de S.Paulo: Die US-Militäraggression gegen Venezuela reißt eine dunkle Phase in den Beziehungen zwischen der Supermacht und ihren regionalen Nachbarn wieder auf. Trump hat die internationale Ordnung völlig missachtet, um seinen Willen durchzusetzen.
Granma: Die Aggression gegen Venezuela ist nichts Geringeres als ein faschistischer Akt, der darauf abzielt, das Land auszuplündern und seine Bodenschätze zu rauben… Das war eine Operation gegen eine legitime Regierung und ein Land, das noch nie ein anderes angegriffen hat.
El Universal: Keinem Land, in dem die USA militärisch interveniert haben, ging es nach der Intervention besser als vorher. Eine Invasion Venezuelas birgt für den Kontinent das Risiko einer beispiellosen humanitären Krise… Das Land könnte in einen blutigen Bürgerkrieg gestürzt werden, der Millionen von Flüchtlingen entweder in den USA oder in lateinamerikanischen Ländern zur Folge hätte.
El Universal: Was geschehen ist, entbehrt jeglicher internationaler Legitimität und Rechtsgrundlage… Wieder einmal handelt der US-Präsident nicht aus dem Wunsch heraus, Demokratie oder Institutionen zu verteidigen, sondern aus wirtschaftlichen und politischen Interessen, die ihm und seinen Verbündeten zugutekommen.
La Jornada: Der sogenannte „Regimechange“ ist der Versuch, einen Marionettenherrscher einzusetzen, der den USA die Bodenschätze des Landes ausliefert.
Le Figaro: Niemand weiß, ob die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten zum Sturz des Regimes führen wird. Vorerst bleibt das Regime an der Macht und das Militär ist Maduro treu ergeben. Die politischen und militärischen Ziele der USA bleiben unklar… Die Enthauptung der venezolanischen Regierung ist bereits zu einer Lehre und einem Signal an den Rest der Welt geworden. Diese Lehre bestätigt, dass Trump Gewalt anwenden will, wenn er es für notwendig hält.
Le Monde: Maduros Entführung ist eine Machtdemonstration Trumps und eine Botschaft an die Welt… Trump hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sein Hauptziel der Zugang zu Venezuelas Ölreserven ist, den größten der Welt.
The Guardian: Trump ändert die Regeln nicht mehr, er bricht sie, und die Folgen reichen weit über Caracas hinaus … Der Angriff auf Venezuela zeigt, dass ihn fremde Ländereien, Öl und Bodenschätze mittlerweile mehr reizen als der Nobelpreis.