Von Andrew Korybko – 25. März 2026

Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass eine mögliche Einigung dieser beiden Länder auf Gespräche unter Vermittlung eines Dritten bedeutender wäre als die Frage, wer diese Vermittlung übernimmt.
Trumps Retweet des Tweets des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif, in dem dieser die Bereitschaft seines Landes bekundete, Gespräche zwischen den USA und dem Iran auszurichten, untermauert Berichte über eine Vermittlung durch Islamabad. Asim Munir ist nach Trumps eigenen Worten sein „Lieblingsfeldmarschall“, daher vertraut er ihm mehr als jedem anderen potenziellen Vermittler. Pakistan ist kein NATO-Mitglied wie die Türkei, die ebenfalls vermitteln möchte, sondern ein „wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter“. Dies könnte Pakistan aus iranischer Sicht als Gastgeber akzeptabler machen als die Türkei.
Pakistan hat zudem eine bedeutende schiitische Minderheit, eine jahrhundertelange gemeinsame Geschichte mit dem Iran (ehemals Persien), die ein bis heute andauerndes Erbe hinterlassen hat, und hat Angriffe auf seinen Nachbarn lautstark verurteilt. All diese Faktoren könnten dazu beitragen, den Iran davon zu überzeugen, dass Pakistan ein vertrauenswürdiger Vermittler wäre. Darüber hinaus hat Pakistan während der Nixon-Ära heimlich Gespräche zwischen den USA und China ermöglicht, sodass es einen Präzedenzfall dafür gibt, dass es eine ähnliche Rolle zwischen den USA und dem Iran spielt, wenn auch diesmal öffentlich.
Aus seiner eigenen Perspektive will Pakistan nicht nur sein diplomatisches Ansehen steigern, sondern auf diese Weise auch andere Interessen durchsetzen. Indem es anbot, zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln – und nachdem Trump gerade durch das Retweeten von Sharifs Tweet sein Interesse signalisiert hatte –, bekräftigte Pakistan implizit Trumps Behauptung, im vergangenen Frühjahr zwischen ihm und Indien vermittelt zu haben, indem Islamabad seine eigene Vermittlung als Gegenleistung für diesen vermeintlichen Gefallen darstellte. Das Ziel besteht darin, Indiens Behauptung zu diskreditieren, dass eine solche Vermittlung nie stattgefunden habe.
Ein weiteres Interesse, das Pakistan durch das Angebot seiner Vermittlungsdienste verfolgt, ist die Wiederannäherung an die USA, nachdem das indisch-amerikanische Handelsabkommen vom Februar darauf hindeutete, dass Indien seine jüngste Rolle als wichtigster regionaler Partner der USA erfolgreich wiederhergestellt hatte. Diese Rolle Neu Delhis war durch die rasche Annäherung zwischen Pakistan und den USA im vergangenen Jahr gefährdet worden. Der Eindruck, dass Pakistan in der Gunst der USA gesunken sei, wurde letzte Woche verstärkt, nachdem der Direktor des Nationalen Nachrichtendienstes der USA vor der Bedrohung gewarnt hatte, die Pakistans Programm für ballistische US-Raketen darstellen könnte.
Es war daher ein perfektes Timing, dass Trump dem Iran an jenem Wochenende eine 48-Stunden-Frist zur Wiederöffnung der Straße von Hormus setzte, was zu diesen hektischen Vermittlungsbemühungen führte, zu denen Berichten zufolge auch ein Anruf von Munir bei Trump am Sonntag gehörte – einen Tag, bevor Trump die Frist unter Verweis auf neue Gespräche mit dem Iran bis Freitag verlängerte. Zwar ist es möglich, dass das Ganze nur eine Farce ist, um die Iraner vor einem weiteren Überraschungsangriff der USA – vielleicht dem Versuch, die Insel Kharg zu erobern – erneut zu täuschen, doch kommt diese ganze Abfolge dennoch Pakistan zugute.
Unabhängig davon, wie das Ergebnis ausfallen mag, könnte Pakistan die Gelegenheit nutzen, um unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung mehr US-Militärhilfe wie den Verkauf moderner Waffen zu fordern – als Belohnung dafür, dass es diese Rolle spielt, trotz indischer Bedenken hinsichtlich einer Störung des Machtgleichgewichts. Islamabads Krieg gegen die Taliban kann als ein solcher Vorwand herangezogen werden, zumal eine mögliche Niederlage Afghanistans in dem Konflikt langfristig zur Rückkehr von US-Truppen auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram führen könnte, wie Trump es erklärtermaßen wünscht.
Insgesamt hat sich Pakistan überzeugend als potenzieller Vermittler zwischen den USA und dem Iran positioniert, Man sollte dabei jedoch nicht vergessen, dass eine mögliche Einigung der beiden Staaten auf Gespräche unter Vermittlung eines Mittlers von größerer Bedeutung wäre als die Frage, wer diese Vermittlung übernimmt. Schließlich geben Vermittler lediglich Botschaften weiter und bringen selten eigene Vorschläge für politische Lösungen ein, unabhängig davon, ob sie dazu aufgefordert werden oder nicht. Dennoch würde dies das Ansehen Pakistans aufwerten, doch das endgültige Ergebnis bleibt abzuwarten.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.