Wie die Europäer eine Einigung im Ukraine-Konflikt verhindern wollen

Von Thomas Röper – 10. August 2025

Nachdem bekannt wurde, dass es in der Verhandlungen zwischen den USA und Russland über die Ukraine so große Fortschritte gegeben hat, dass es zu einem Treffen von Trump und Putin kommt, sind die Europäer alarmiert und versuchen zusammen mit Kiew eine Friedenslösung zu verhindern.

Als die Regierungen der USA und Russlands am Donnerstag mitteilten, dass der letzte Besuch des US-Sondergesandten Witkoff in Moskau einen Durchbruch in den Verhandlungen zwischen den USA und Russland über die Ukraine-Krise gebracht hat, der ein Gipfeltreffen zwischen den Präsidenten Trump und Putin schon diese Woche ermöglicht hat, keimte zum ersten Mal ernsthafte Hoffnung auf ein Ende des Krieges auf.

Die US-Regierung scheint endlich verstanden zu haben, dass Russland nicht zu einem Deal mit großen Zugeständnisse bereit ist, wie Trump anscheinend lange gedacht hat, sondern dass Russland in der Ukraine interveniert hat, weil es so elementare eigene Sicherheitsinteressen gefährdet sah, dass es aus seiner Sicht keine andere Wahl mehr hatte, als militärisch einzugreifen. Und da Russland militärisch deutlich die Oberhand hat, hat die russische Regierung keinerlei Grund, bei ihren elementaren Sicherheitsinteressen jetzt Abstriche zu machen.

Worauf sich Witkoff und Putin geeinigt haben, ist zwar nicht bekannt, aber Trump hat erklärt, dass die Ukraine Gebiete an Russland abtreten müsse. Trump sprach von einem „Gebietstausch“, aber was er damit genau meinte, erklärte er nicht. Auch ist unklar, ob und in wie weit die US-Regierung bereit ist, Russland bei seinen anderen Mindestforderungen, also dem dauerhaft neutralen Status der Ukraine und ihrer Demilitarisierung, entgegen zu kommen.

Die Einigung auf ein Treffen zwischen Trump und Putin, bei dem sowohl die Europäer als auch die Ukraine nicht am Tisch sitzen, hat in den europäischen Hauptstädten und in Kiew offenbar eine regelrechte Panik ausgelöst. Es ist deren Albtraum, dass die USA und Russland über ihre Köpfe hinweg einen Frieden in der Ukraine aushandeln.

Der Widerstand gegen eine Einigung

Selensky hat, kaum hatte Trump von dem „Gebietstausch“ gesprochen, umgehend in einer Videobotschaft erklärt, Kiew werde sich auf keinerlei Gebietsabtretungen einlassen. Und dabei wird er offenbar von den Europäern unterstützt, die den Krieg gegen Russland anscheinend um jeden Preis fortsetzen wollen.

Die Briten haben daher am Samstag umgehend ein Treffen organisiert, an dem Vertreter Deutschlands, Frankreichs und der Ukraine teilnahmen. US-Vizepräsident Vance wurde in der britischen Erklärung gemeinsam mit dem britischen Außenminister als Gastgeber genannt.

Das Ziel der Europäer ist nicht schwer zu erraten: Die Europäer sind gegen jedes Entgegenkommen gegenüber Russland, weil sie mit einem Entgegenkommen de facto eingestehen würden, den Krieg gegen Russland verloren zu haben. Das würde zu einem enormen Verlust an internationalem Einfluss führen, und es wäre, nach all der radikal anti-russischen Rhetorik der letzten Jahre, auch innenpolitisch nur schwer zu erklären. Die Europäer wollen daher die Fortsetzung des Krieges.

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