Was die Medien über Kevin Warsh, den neuen Chef der US-Notenbank FED, verschweigen

Von Thomas Röper – 31. Januar 2026

Wenn deutsche Medien wie der Spiegel über die Ernennung von Kevin Warsh zum Chef der US-Notenbank FED durch Donald Trump berichten, lassen sie ein Detail weg, das aber sehr wichtig werden könnte.

Deutsche Medien haben sehr detailliert über den Streit von US-Präsident Trump mit dem bisherigen Chef der US-Notenbank FED Jerome Powell berichtet, wobei der Kern der Berichterstattung war, dass Trump mit seiner Kritik vor allem das Ziel hatte, die FED – und damit die US-Geldpolitik – unter seine Kontrolle zu bringen, was wiederum ganz schlimm sei, weil die Unabhängigkeit der Geldpolitik ja so wichtig sei.

Kevin Warsh bekommt in Deutschland gute Presse

Nach dieser exzessiven Kritik an Trump überraschen die ersten Reaktionen deutscher Medien über die Entlassung des bisherigen FED-Chefs und die Ernennung von Kevin Warsh zum Chef der US-Notenbank ein wenig. Im Spiegel erschien dazu beispielsweise unter der Überschrift „Neuer Notenbankchef – Trump wählt den Liebling der Märkte“ ein längerer Artikel, in dem Warsh in einem überaus positivem Licht erscheint.

Der Spiegel beschreibt ihn als Profi und Fachmann, der schon Erfahrung als Gouverneur der FED hat und stellt ihn insgesamt sehr positiv dar. Demnach würden „Investoren an den Märkten“ Warsh “wohlwollend sehen, da er bereits Erfahrung in der Fed hat”. Finanzexperten gingen „davon aus, dass Warsh nicht immer Trumps Willen ausführen wird“, und der Dollar sei nach seiner Ernennung wieder gestiegen. Das klingt doch alles sehr positiv.

Ein „Geschmäckle“ bei der Ernennung von Warsh erwähnt der Spiegel nur nebenbei und ausgesprochen unkritisch:

„Er steht auch Trump sehr nahe, weil er in die Estee-Lauder-Familie eingeheiratet hat, die zu den größten Spendern von Trump gehört.“

US-Medien bezeichnen Warsh als alten Freund von Trump und seine Ernennung dürfte auch etwas damit zu tun haben, dass die Frau von Warsh aus einer Familie kommt, die Trump viel Geld gespendet hat. Diese Art der legalisierten Korruption ist in den USA normal, aber es verwundert, dass der Spiegel darüber kein kritisches Wort verliert, wo er doch sonst alles kritisiert, was mit Trump zu tun hat und was Trump tut.

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