Was der Angriff der USA auf Venezuela für den Nahen Osten bedeuten könnte

Von Mitchell Plitnick (Übersetzung/Einleitung: Thomas Röper) – 16. Januar 2026

Der US-Angriff auf Venezuela hat der ganzen Welt gezeigt, dass die USA sich nicht einmal mehr zum Schein um irgendein Völkerrecht scheren, was auch für den Rest der Welt, und insbesondere für den Nahen Osten, Folgen haben wird.

Der US-Angriff auf Venezuela hat Schockwellen um die ganze Welt geschickt, aber in Europa ist man, vor allem wegen Trumps Ambitionen auf Grönland, mit den Folgen für sich selbst beschäftigt, und denkt nicht darüber nach, was das für andere Regionen der Welt, vor allem für den Nahen Osten, haben könnte.

Über diese Frage habe ich auf der amerikanischen, Israel-kritischen Seite Mondoweiss eine sehr interessante Analyse gefunden, die ich übersetzt habe. Für Mondoweiss schreiben renommierte Autoren, auch wenn die Seite wegen ihrer kritischen Positionen zu Israel in Deutschland nicht vielen bekannt ist und von deutschen Medien sicher nicht als Quelle für fundierte Analysen angesehen wird. Ich teile zwar nicht alle Schlussfolgerungen, zu denen der Autor in diesem Artikel kommt, finde den Artikel aber dennoch interessant. […]

Was der Angriff der USA auf Venezuela für den Nahen Osten bedeutet

Nach der Invasion Venezuelas durch die USA fragen sich Länder auf der ganzen Welt, was das für sie bedeutet. Für Israel könnte es eine Gelegenheit für einen weiteren Konflikt mit dem Libanon oder Iran bedeuten, auf den Netanjahu hingearbeitet hat.

Von Mitchell Plitnick | Modoweiss

Nach der Invasion Venezuelas durch die USA fragen sich Länder auf der ganzen Welt, was das für sie bedeutet.

Sicherlich beziehen sich die unmittelbarsten Fragen auf Venezuela selbst und andere lateinamerikanische Länder, insbesondere Kolumbien, Mexiko und Kuba. Aber die US-amerikanische Aggression wird Auswirkungen auf den Rest der Welt haben, und der Nahe Osten bildet hier keine Ausnahme.

Während Israel seine Freude über die US-Aktion kaum verbergen konnte und der Iran sie ziemlich nervös verurteilte, blieben die meisten Staatsführer der Region still. Aber dieses Schweigen sollte nicht als Gleichgültigkeit verstanden werden. Jedes Land in der Region weiß, dass diese Aktion und alles, was ihr folgen wird, tiefgreifende Auswirkungen auf die ganze Welt haben werden, eine Welt, die jetzt noch gesetzloser ist als zuvor.

Die US-Strategie

Um die Auswirkungen für Länder des Nahen Ostens zu verstehen, insbesondere für Israel, Palästina, Iran und Libanon, müssen wir zunächst die US-Strategie – oder deren Fehlen – in dieser Aktion verstehen.

Zum Zeitpunkt, als ich dies schreibe, hat sich in Venezuela tatsächlich wenig verändert. Während Maduro und seine Frau entführt und zu einem Scheinprozess in die USA gebracht wurden, führt die Regierung von Maduro weiterhin die Angelegenheiten Venezuelas. Trump kann zwar behaupten, die USA würden das Land führen, aber das ist nicht die Wahrheit.

Die USA haben die Oppositionsführerin und unverdiente Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado trotz ihres wiederholten Kniefalls vor Donald Trump fallen gelassen. Um Machado als Präsidentin einzusetzen, hätten die USA die ganze Regierung stürzen müssen, was eine längere Militäroperation und wahrscheinlich eine Besatzung des Landes bedeutet hätte, um Machado zu schützen. Doch dieses Fallenlassen sendet eine Botschaft an potenzielle Kollaborateure in anderen Ländern: Die USA sind kein verlässlicher Mitverschwörer.

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