Von Stefano die Lorenzo – 14. März 2026

Russland hat für den Krieg in der Ukraine auch Drohnen und vielleicht auch andere Waffen aus dem Iran bezogen. Jetzt aber scheinen seine Reaktionen auf den Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran eher zurückhaltend zu sein. Geht es darum, Donald Trump nicht zu sehr zu verärgern? Ein Thema, das Globalbridge beschäftigt. Eine erste kurze Stellungnahme liegt vor: ein Gespräch mit dem russischen Nahost-Experten Artyom Kirpitschenok. (cm)
In den ersten Tagen nach dem jüngsten Angriff der USA und Israels auf den Iran gab es eine Flut von Berichten darüber, dass die Enthauptung der islamischen Regierung im Iran, ähnlich wie die Ereignisse in Syrien und Venezuela, eine außenpolitische Demütigung für Russland darstelle. Kaja Kallas, die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außenpolitik (die „Außenministerin“der EU), implizierte genau das, in ihrem charakteristisch unverblümten Stil, mit sanfter Stimme und einem unschuldigen Lächeln. Aber der Ton hat sich bereits geändert. Jetzt wird Russland trotz des Verlusts eines Verbündeten im Nahen Osten als einer der ersten Gewinner dieses Konflikts dargestellt, vor allem wegen der Auswirkungen des Krieges auf den globalen Markt für natürliche Ressourcen, über die Russland reichlich verfügt.
Darüber hinaus behauptet eine neue Reihe von Berichten, dass Russland keineswegs passiv zusieht, während ein Verbündeter angegriffen wird: Russlands Geheimdienste sollen möglicherweise Informationen über US-Ziele an den Iran weitergeben. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran könnte sich als viel schwieriger erweisen, als Netanjahu und das US-Kriegsministerium geplant hatten. Um diesen Krieg aus der Sicht Russlands besser zu verstehen, sprach Globalbridge mit dem russischen Professor und Nahost-Experten Artyom Kirpitschenok vom Zentrum für arabisch-eurasische Studien, einem unabhängigen russisch-ägyptischen Think Tank.