US-russischer Atomwaffenvertrag steht kurz vor dem Auslaufen. Damit wird ein nuklearer Konflikt immer wahrscheinlicher

Von Michael T. Klare (Consortium News) – 20. Januar 2026

In wenigen Wochen läuft der New START Vertrag über die Begrenzung einsatzbereiter Atomsprengköpfe aus. Damit ist auch der letzte Vertrag zur atomaren Rüstungskontrolle zwischen Russland und den USA Geschichte. Die Zahl der einsatzbereiten Atomsprengköpfe könnte sich dann rasant vervielfachen. Der New START Vertrag regelt die Zahl der einsatzbereiten strategischen Atomwaffen: Atomsprengköpfe mit einem Vielfachen der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe, die auf Interkontinentalraketen einsatzbereit angebracht sind. Da sowohl die USA als auch Russland zudem Hunderte weitere Sprengköpfe eingelagert haben und sich statt einzelner Sprengköpfe auf vielen Raketentypen auch mehrere lenkbare Atomsprengköpfe (sogenannte MIRV) anbringen lassen, könnten beide Seiten die Zahl der einsatzbereiten Atomwaffen nach dem 6. Februar rasch erhöhen. [Die Red.]

US-russischer Atomwaffenvertrag steht kurz vor dem Auslaufen

Ab dem 6. Februar werden russische und amerikanische Staatschefs keine Hindernisse mehr haben, ihre Atomwaffenarsenale zu erweitern, sagt Michael T. Klare.

Von Michael T. Klare | Consortium News

Für die meisten von uns wird sich Freitag, der 6. Februar 2026, wahrscheinlich nicht anders anfühlen als Donnerstag, der 5. Februar. Für viele wird es ein Arbeits- oder Schultag sein. Er könnte Einkaufen für das Wochenende oder ein Treffen mit Freunden am Abend beinhalten oder eine der anderen banalen Tätigkeiten des Lebens. Doch aus weltgeschichtlicher Perspektive wird dieser Tag einen dramatischen Wendepunkt darstellen, mit weitreichenden und potenziell katastrophalen Folgen.

Zum ersten Mal seit 54 Jahren werden die beiden großen Atomwaffenmächte der Welt, Russland und die USA, nicht mehr an irgendwelche Verträge zur Rüstungskontrolle gebunden sein und somit rechtlich frei sein, ihre Atomarsenale mit so vielen neuen Sprengköpfen aufzustocken, wie sie wollen – ein Schritt, den beide Seiten offenbar zu ergreifen bereit sind.

Es ist heute schwer vorstellbar, aber vor 50 Jahren, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, besaßen die USA und Russland (damals die Sowjetunion) gemeinsam 47.000 Atomsprengköpfe – genug, um alles Leben auf der Erde mehrfach auszurotten. Doch als die öffentliche Angst vor nuklearer Vernichtung zunahm, insbesondere nach der Nahtod-Erfahrung der Kubakrise 1962, verhandelten die Staatsoberhäupter der beiden Länder eine Reihe bindender Vereinbarungen, die ihre Arsenale verkleinern und das Risiko eines Armageddon verringern sollten.

Die erste Runde dieser Verhandlungen, die Strategic Arms Limitation Talks I (SALT-I), begann im November 1969 und führte im Mai 1972 zum ersten Abkommen über die Rüstungsbegrenzung überhaupt. Darauf folgte im Juni 1979 SALT-II, zwar von beiden Seiten unterzeichnet, aber vom US-Senat nie ratifiziert, sowie zwei Strategic Arms Reduction Treaties (START I und START II) in den Jahren 1991 und 1993.

Jedes dieser Abkommen reduzierte die Zahl der auf US-amerikanischen und sowjetisch/russischen Interkontinentalraketen, U-Boot-gestützten ballistischen Raketen und Langstreckenbombern stationierten Atomsprengköpfe.

In dem Bestreben, diese Zahl noch weiter zu verringern, unterzeichneten Präsident Barack Obama und der russische Präsident Dmitri Medwedew im April 2010 einen New Strategic Arms Reduction Treaty (New START), ein Abkommen, das die Zahl der einsatzbereiten nuklearen Sprengköpfe auf jeder Seite auf 1.550 begrenzte, immer noch genug, um alles Leben auf der Erde auszulöschen, aber ein großer Unterschied zu der Grenze von START-I von 6.000 Sprengköpfen pro Seite.

New START sollte ursprünglich am 5. Februar 2021 auslaufen, wurde jedoch, wie im Vertrag vorgesehen, um fünf weitere Jahre verlängert, wodurch das neue Ablaufdatum auf den 5. Februar 2026 gesetzt wurde, ein Datum, das nun schnell näher rückt. Und diesmal hat keine der beiden Parteien auch nur den geringsten Willen gezeigt, eine weitere Verlängerung auszuhandeln. (Tatsächlich hat Russland am 22. September 2025 angekündigt, sich auch nach Auslaufen des Vertrages an die Begrenzung der Atomsprengköpfe zu halten, wenn die USA das gleiche tun, bis ein Nachfolgevertrag ausgehandelt ist. Das weiß der Autor auch, denn später erwähnt er es noch; die Red.)

Die Frage lautet also: Was genau wird es bedeuten, wenn New START am 5. Februar endgültig ausläuft?

Die meisten von uns haben in den vergangenen Jahrzehnten nicht viel darüber nachgedacht, weil die Atomarsenale größtenteils geschrumpft sind und eine drohende Gefahr eines Atomkriegs zwischen den Großmächten erheblich abzunehmen schien. Wir sind weitgehend der albtraumhaften Erfahrung entkommen, die den Veteranen der Ära des Kalten Krieges so vertraut war, zu befürchten, dass eine aktuelle Krise, welche auch immer es sein mag, zu unserer Auslöschung in einem thermonuklearen Holocaust führen könnte.

Ein entscheidender Grund für diese gegenwärtige Freiheit von solchen Ängsten ist die Tatsache, dass die weltweiten Atomarsenale erheblich reduziert wurden und dass die beiden großen Atommächte rechtlich bindenden Maßnahmen zugestimmt hatten, einschließlich gegenseitiger Inspektionen ihrer Arsenale, um die Gefahr eines unbeabsichtigten oder versehentlichen Atomkrieges zu verringern.

Diese Maßnahmen waren gemeinsam so gestaltet, dass jede Seite eine unangreifbare, nukleare Kapazität zum Zweitschlag behalten würde, womit jeder Anreiz beseitigt werden sollte, einen nuklearen Erstschlag zu starten.

Leider werden diese relativ sorglosen Tage um Mitternacht des 5. Februar enden.

Ab dem 6. Februar werden die russische und US-amerikanische Staatsführung keinerlei Hindernisse mehr haben, ihre Arsenale zu erweitern oder andere Schritte zu unternehmen, die die Gefahr einer thermonuklearen Feuersbrunst erhöhen könnten.

Und dem Anschein nach beabsichtigen beide Seiten, diese Gelegenheit zu nutzen und die Wahrscheinlichkeit eines Armageddon zu erhöhen. Noch schlimmer: Die chinesische Führung, die auf mangelnde Zurückhaltung in Washington und Moskau verweist, baut nun ihr eigenes Atomarsenal aus, was den Drang bei der US-amerikanischen und russischen Führung verstärkt, weit über die New-START-Grenzen hinauszugehen.

Ein zukünftiges nukleares Wettrüsten?

Selbst während sie sich an die Grenzen von New-START von 1.550 einsatzbereiten Atomsprengköpfen hielten, hatten sowohl Russland als auch die USA umfangreiche und kostspielige Schritte unternommen, um die Zerstörungskraft ihrer Arsenale zu erhöhen, indem sie ältere, weniger leistungsfähige Interkontinentalraketen (ICBMs), U-Boot-gestützte ballistische Raketen (SLBMs) und nukleare Bomber durch neuere, noch leistungsfähigere ersetzten.

Infolgedessen wurde jede Seite bereits besser dafür ausgerüstet, potenziell katastrophalen Schaden an den nuklearen Kapazitäten des Zweitschlags ihres Gegners anzurichten, wodurch ein Erstschlag weniger undenkbar wurde und das Risiko schneller Eskalation in einer Krise stieg.

Russland hat ein riesiges Atomarsenal aus der früheren Sowjetunion geerbt, doch viele dieser Systeme waren bereits veraltet oder unzuverlässig. Um sicherzustellen, dass es ein mindestens ebenso potentes Arsenal wie Washington behielt, bemühte sich Moskau, alle sowjetischen Waffen in seinem Bestand durch modernere und leistungsfähigere Systeme zu ersetzen, ein Prozess, der noch andauert.

Russlands ältere SS-18-ICBMs werden beispielsweise durch die schnellere, stärkere SS-29 Sarmat ersetzt, während die verbleibenden fünf Delta-IV-Raketen-U-Boote (SSBNs) durch modernere U-Boote der Borei-Klasse ersetzt werden. Neuere ICBMs, SLBMs und SSBNs sollen sich in Entwicklung befinden.

Derzeit besitzt Russland 333 ICBMs, etwa die Hälfte davon in Silos stationiert, die andere Hälfte auf mobilen Trägern. Außerdem verfügt es über 192 SLBMs auf 12 Raketen-U-Booten und besitzt 67 strategische Bomber, die jeweils mehrere nuklear bestückte Raketen abfeuern können.

Wie durch New START vorgeschrieben, sollen diese Systeme derzeit mit nicht mehr als 1.550 Atomsprengköpfen bestückt sein, genug, um mehrere Planeten zu zerstören. Allerdings sind viele von Russlands land- und seegestützten Raketen MIRV-fähig, das heißt, sie können mehrere unabhängig lenkbare Gefechtsköpfe tragen, sind aber nicht voll beladen und könnten somit zusätzliche Sprengköpfe aufnehmen, wenn eine entsprechende Entscheidung getroffen würde.

Da Russland bis zu 2.600 nukleare Sprengköpfe eingelagert hat, könnte es die Zahl seiner eingesetzten Waffen ab dem 6. Februar 2026 rasch erhöhen. Dass Russland darauf aus ist, die Zerstörungskraft seines strategischen Arsenals zu erhöhen, ist daran erkennbar, dass Moskau bestrebt ist, bestehende Systeme durch neue und in der Reichweite stärkere zu ergänzen.

Dazu gehört die Poseidon, ein nuklearbetriebener, interkontinentaler Riesen-Atomtorpedo, der von einer neuen Klasse von U-Booten, der Belgorod, getragen werden soll, die bis zu sechs davon aufnehmen kann. Der Poseidon soll Berichten zufolge vor den Küsten US-amerikanischer Städte detonieren und sie unbewohnbar machen. Nach den derzeit laufenden Tests soll der Torpedo 2027 bei der russischen Marine in Dienst gestellt werden.

Eine weitere neue Waffe ist das Avangard-Hyperschall-Gleitflugkörper-System. Es wird auf einigen der bestehenden SS-19-ICBMs installiert. Nachdem es von der SS-19 in den Weltraum befördert wurde, soll Avangard weitere 2.000 Meilen zurücklegen können, indem es entlang der oberen Atmosphäre gleitet und dabei den meisten Radaren entgeht.

Die USA betreiben einen vergleichbaren Modernisierungsschub ihres Arsenals und ersetzen ältere Waffen durch modernere Systeme. Wie Russland unterhalten die USA eine „Triade“ nuklearer Trägersysteme: landgestützte ICBMs, U-Boot-gestützte SLBMs und Langstreckenbomber, von denen jedes nun mit neuen Sprengköpfen aufgerüstet wird – zu geschätzten Kosten von etwa 1,5 Billionen US-Dollar in den kommenden 25 Jahren.

Die bestehende, durch New START begrenzte US-Nukleartriade besteht aus 400 in Silos gelagerten Minuteman-III-ICBMs, 240 Trident-II-SLBMs auf 14 U-Booten der Ohio-Klasse, wovon sich zwei davon angeblich in der Überholung befinden, sowie 96 strategischen Bombern (20 B-2 und 76 B-52), bewaffnet mit unterschiedlichen nuklearen Freifallbomben und luftgestützten Marschflugkörpern.

Nach aktuellen Plänen sollen die Minuteman-III durch Sentinel-ICBMs ersetzt werden, die Ohio-Klasse durch die Columbia-Klasse und die B-2 und B-52 durch den neuen Bomber B-21 Raider. Jedes dieser Systeme beinhaltet wichtige Eigenschaften: höhere Genauigkeit, größere Tarnkappen-Fähigkeit und verbesserte Elektronik, was sie noch nützlicher als Waffen für den Erstschlag machen könnte, wenn eine solche Entscheidung jemals getroffen würde.

Als das US-Projekt zur Modernisierung begann, sollte es die New-START-Grenze von 1.550 eingesetzten atomaren Sprengköpfen einhalten. Nach dem 5. Februar jedoch unterliegen die USA keinerlei rechtlichen Verpflichtungen mehr. Sie könnten rasch beginnen, diese Grenze zu überschreiten, indem sie alle bestehenden Minuteman-IIIs und künftigen Sentinel-Raketen mit MIRVs statt mit einzelnen Gefechtsköpfen bestücken und die Trident-Raketen, die bereits MIRV-fähig sind, mit einer größeren Anzahl von Sprengköpfen beladen, sowie die Produktion des neuen B-21 beschleunigen.

Die USA haben auch mit der Entwicklung eines neuen Trägersystems begonnen, eines nuklear bestückten, seegestützten Marschflugkörpers (SLCM-N), der angeblich für den Einsatz in einem „begrenzten“ regionalen Nuklearkonflikt in Europa oder Asien gedacht ist, obwohl nie erklärt wurde, wie bei einem solchen Konflikt ein globaler Holocaust vermieden werden könnte.

Kurzum: Nach Ablauf des New-START-Abkommens werden weder Russland noch die USA verpflichtet sein, die Anzahl der nuklearen Sprengköpfe auf ihren strategischen Trägersystemen zu begrenzen, was möglicherweise ein neues grenzenloses globales nukleares Wettrüsten auslöst – mit einem ständig steigenden Risiko rascher nuklearer Eskalation.

Ob sich beide Länder dazu entscheiden, wird vom politischen Umfeld in beiden Ländern und ihren bilateralen Beziehungen abhängen sowie von den Einschätzungen der Eliten in Washington und Moskau über Chinas nuklearen Aufrüstungsprozess.

Das politische Umfeld

Sowohl die USA als auch Russland haben bereits enorme Summen in die Modernisierung ihrer nuklearen Trägersysteme investiert, ein Prozess, der noch Jahre dauern wird. Zurzeit gibt es in beiden Hauptstädten einen relativ breiten Konsens über die Notwendigkeit dieses Vorgehens.

Jeder Versuch, das Tempo dieses Prozesses zu erhöhen oder neue nukleare Fähigkeiten hinzuzufügen, würde jedoch immense Kosten verursachen, verbunden mit erheblichen Problemen in den Lieferketten. Dies zu einer Zeit, in der beide Länder auch versuchen, ihre Produktion bei den konventionellen nicht-nuklearer Waffen zu steigern, was neue politische Konflikte und mögliche geopolitische Brüche erzeugen könnte.

Anstatt solche Herausforderungen anzugehen, könnten die Führungen beider Länder sich dafür entscheiden, die New-START-Grenzen freiwillig beizubehalten. Tatsächlich hat der russische Präsident Wladimir Putin bereits einer solchen einjährigen Verlängerung zugestimmt, wenn die USA ebenfalls bereit sind, dies zu tun. Doch der Druck, der nach dem 5. Februar unweigerlich zunehmen wird, diese Begrenzungen aufzugeben und zusätzliche Sprengköpfe zu stationieren, wächst ebenfalls.

In Washington fordert bereits ein mächtiges Geflecht aus Regierungsbeamten, konservativen Kommentatoren, Führungskräften der Rüstungsindustrie und Falken im Kongress einen nuklearen Ausbau, der die New-START-Grenzen überschreiten würde. Sie behaupten, dass ein größeres Arsenal nötig sei, um sowohl ein aggressiveres Russland als auch ein stärkeres China abzuschrecken.

Wie Pranay Vaddi, ein leitender Direktor des Nationalen Sicherheitsrats der USA, im Juni 2024 formulierte:

„Wenn sich die Entwicklung des gegnerischen Arsenals nicht ändert, könnten wir in den kommenden Jahren einen Punkt erreichen, an dem eine Erhöhung der derzeit eingesetzten Mengen erforderlich ist, und wir müssen vollständig bereit sein, dies umzusetzen, falls der Präsident diese Entscheidung trifft.“

Befürworter eines solchen Vorgehens verweisen regelmäßig auf Chinas nukleare Aufrüstung. Noch vor wenigen Jahren besaß China nur etwa 200 Atomsprengköpfe – ein Bruchteil der rund 5.000, die Russland und die USA jeweils besitzen.

Inzwischen hat China sein Arsenal jedoch auf geschätzte 600 Sprengköpfe erweitert und mehr ICBMs, SLBMs und nuklearfähige Bomber stationiert. Chinesische Regierungsbeamte behaupten, dass solche Waffensysteme notwendig seien, um eine Vergeltung nach einem feindlichen Erstschlag sicherzustellen. Doch allein ihre Existenz wird von nuklearen Falken in Washington als ausreichender Grund angeführt, um die Arsenale der USA über die Grenzen von New-START hinaus auszuweiten.

Russlands Führung steht vor einem besonders harten Dilemma. In einem Moment, in dem sie so viel der staatlichen Finanzen und der militärisch-industriellen Kapazitäten des Landes auf den Krieg in der Ukraine verwendet, sieht sie sich einem stärkeren und möglicherweise erweiterten US-Atomarsenal gegenüber, ganz zu schweigen von der Bedrohung durch Chinas wachsendes Arsenal, was größtenteils noch unausgesprochen bleibt.

Dann ist da noch Präsident Donald Trumps Plan zum Aufbau des „Golden Dome“, eines Raketenschutzschilds, der die USA vor jeder Art von feindlichen Projektilen, einschließlich ICBMs, schützen soll – ein System das, selbst wenn es nur teilweise funktioniert, Russlands Fähigkeit zum Zweitschlag bedrohen würde. 

So würde Russlands Führung zwar zweifellos lieber einen kostspieligen neuen Rüstungswettlauf vermeiden, doch werden sie wahrscheinlich zu dem Schluss kommen, dass sie kaum eine Wahl haben, als einen solchen zu unternehmen, wenn die USA New START aufgeben sollten.

Wettrennen ins Armageddon

Viele Organisationen, Einzelpersonen und Kongressmitglieder flehen die Trump-Regierung an, Wladimir Putins Vorschlag zu akzeptieren und einer freiwilligen Fortführung der New-START-Grenzen nach dem 5. Februar zuzustimmen.

Jede Entscheidung, diese Begrenzungen aufzugeben, so argumentieren sie, würde dem Defizit im Bundeshaushalt nur Hunderte Milliarden Dollar hinzufügen, und das in einer Zeit, in der andere Prioritäten bereits eingeengt werden. Eine solche Entscheidung würde zweifellos auch entsprechende Reaktionen Russlands und Chinas hervorrufen. Das Ergebnis wäre ein unkontrolliertes Wettrüsten und ein steigendes Risiko nuklearer Vernichtung. Doch selbst wenn Washington und Moskau sich auf eine einjährige freiwillige Verlängerung von New START einigen würden, könnte jede Seite jederzeit aussteigen.

In diesem Sinne wird uns der 6. Februar wahrscheinlich in eine neue Ära führen, nicht unähnlich den frühen Jahren des Kalten Krieges, in der die Großmächte bereit sein werden, ihre nuklearen Fähigkeiten zur Kriegsführung ohne jegliche formale Beschränkungen auszuweiten. Das beruhigende Gefühl von einer relativen Freiheit vor einem unmittelbar drohenden nuklearen Holocaust, das wir einst genossen haben, wird dann zweifellos zu schwinden beginnen.

Wenn es in einer so düsteren Prognose irgendeine Hoffnung gibt, könnte sie darin bestehen, dass diese neue Realität wiederum eine weltweite Anti-Atom-Bewegung entfesseln könnte, ähnlich den Anti-Atomwaffen-Kampagnen der 1960er, 1970er und 1980er Jahre.

Wenn es bloß so wäre.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

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