US-Militäraktion gegen den Iran: Teil von Trumps großer Strategie gegen China

Von Andrew Korybko – 1. März 2026

Mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran wollen die USA [unterstützt und angetrieben von Israel, die Red.] die (indirekte) Kontrolle über gewaltige Öl- und Gasreserven erlangen, um diese als Druckmittel gegen China einzusetzen. Damit soll Peking nicht nur zu einem einseitigen Abkommen gezwungen werden, sondern sein Aufstieg zur Supermacht gestoppt und damit die von den USA angeführte Unipolarität wiederhergestellt werden.

Trump behauptete, die US-Militäraktion gegen den Iran diene der „Verteidigung des amerikanischen Volkes”, während viele Kritiker (ob scherzhaft oder nicht) behaupteten, sie diene dazu, von den Epstein-Akten abzulenken. Aber nur wenige Beobachter haben erkannt, dass es im Grunde nur um China geht. Hier wurde erklärt, dass Trump 2.0 „beschlossen hat, China schrittweise den Zugang zu Märkten und Ressourcen zu entziehen, idealerweise durch eine Reihe von Handelsabkommen, um den USA den indirekten Hebel zu verschaffen, der erforderlich ist, um Chinas Aufstieg zur Supermacht ,friedlich‘ zu vereiteln“.

Um dies näher zu erläutern: „Die Handelsabkommen der USA mit der EU und Indien könnten letztendlich dazu führen, dass diese Länder Chinas Zugang zu ihren Märkten unter Androhung von Strafzöllen einschränken, wenn China sich weigert. Parallel dazu könnten die US-Sonderoperation in Venezuela, der Druck auf Iran sowie die gleichzeitigen Versuche, Nigeria und andere wichtige Energieproduzenten unter Kontrolle zu bringen, China den Zugang zu den Ressourcen abschneiden bzw. dem Land zu verweigern, die es für seinen Aufstieg zur Supermacht braucht.“ Genau diese für den Iran relevante Ressourcendimension ist ein wesentlicher Bestandteil der „Strategie der Verweigerung“ der USA.

Diese Strategie stammt vom Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik Elbridge Colby und wurde in einer Analyse Anfang Januar ausführlich dargelegt. Dort hieß es: „Der US-Einfluss auf Venezuelas – und möglicherweise bald Irans und Nigerias – Energieexporte sowie auf die Handelsbeziehungen mit China könnte durch Drohungen mit Lieferkürzungen oder -Stopps parallel zum Druck auf die Golf-Verbündeten als Waffe eingesetzt werden.“ Ziel ist es, China durch ein einseitiges Handelsabkommen auf Dauer in die Rolle eines Juniorpartners der USA zu drängen.

Die meisten Beobachter haben es übersehen, doch die neue Nationale Sicherheitsstrategie fordert letztlich, „Chinas Wirtschaft auf den privaten Verbrauch umzusteuern“. Das ist lediglich ein beschönigender Ausdruck für eine radikale Umgestaltung der Weltwirtschaft: China soll der Zugang zu den Märkten und Ressourcen genommen werden, die seinen Aufstieg überhaupt erst möglich gemacht haben. Es soll nicht länger „die Fabrik der Welt“ bleiben und damit seine Zeit als einziger systemischer Rivale der USA beenden. Die US-geführte Unipolarität wäre dann wiederhergestellt.

Zurück zum Iran: Das Land stellte laut im vergangenen Jahr etwa 13,4 Prozent der gesamten 10,27 Millionen Barrel Öl pro Tag, die China auf dem Seeweg importierte. Deshalb will Washington diesen Ölfluss kontrollieren, drosseln oder komplett unterbinden. „Plan A“ war, dies auf diplomatischem Weg zu erreichen – nach dem Vorbild Venezuelas nach Maduros Sturz und Gefangennahme. Iran hat kurz mitgespielt, sich dann aber nicht darauf eingelassen, weil es einer strategischen Kapitulation gleichgekommen wäre. Deshalb hat Trump (zusammen mit Israel) nun militärisch angegriffen.

In seinem Video, mit dem er den Militäreinsatz ankündigte, versprach Trump der Revolutionsgarde (IRGC) Immunität, falls sie die Waffen niederlegt. Das untermauert die These, dass die USA das venezolanische Modell wiederholen wollen: Er rechnet offenbar tatsächlich damit, dass eine neu pro-amerikanisch ausgerichtete IRGC das Land in der Übergangsphase bis zu Neuwahlen führt – genau wie die ebenfalls neu pro-amerikanisch ausgerichteten Sicherheitskräfte Venezuelas ihr Land derzeit interimistisch lenken.

Ein solches Szenario könnte eine mögliche „Balkanisierung“ Irans verhindern und den Staat intakt halten. Iran könnte dann seine frühere Rolle als einer der wichtigsten regionalen Verbündeten der USA wieder einnehmen und damit auch die aserbaidschanisch-türkische Achse dabei unterstützen, westlichen Einfluss entlang der gesamten südlichen Peripherie Russlands auszubauen. So Trumps Plan. Gleichzeitig würde Washington durch die indirekte Kontrolle über Irans Öl- und Gasindustrie eine beispiellose Ressourcenhebelwirkung gegenüber China erhalten und Russland weiter einkreisen – was ein schwerer Schlag für die multipolare Weltordnung bedeuten würde.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

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