Von Karin Leukefeld – 30. Dezember 2025
Die Weihnachtsgeschichte ist keine europäische Erfindung. Alle drei monotheistischen Religionen, das Judentum, der Islam und das Christentum, sind im heutigen Nahen Osten entstanden. Es gibt keinen Grund, warum Palästina allein den Juden gehören sollte. Ein Blick zurück in die Geschichte – und ein aktueller Blick, wie Israel immer mehr von Palästina für sich allein beansprucht. (cm)
Ein „Weihnachten voller Licht nach zwei Jahren der Dunkelheit“ sollte am 24. Dezember 2025 in Bethlehem gefeiert werden. Aufgerufen hatte Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der Lateinische Patriarch von Jerusalem. Der Franziskanermönch ist der ranghöchste katholische Vertreter im Heiligen Land, wo heute verschiedene Länder liegen. Pizzaballa ist offiziell im Auftrag des Vatikans zuständig für Palästina, Israel, Jordanien und Zypern.
Die Christen der anderen Länder der Region gehören verschiedenen Kirchen an, die sich als „Ostkirchen“ zumeist im „Middle East Council of Churches“ (MECC) zusammengeschlossen haben und dem Vatikan eher distanziert gegenüberstehen. Diese christlichen Gemeinden sind armenisch, orthodox, katholisch, lateinisch und einige sind auch miteinander verbunden. Besonders groß ist die Vielfalt der christlichen Kirchen im Irak und in Syrien. Letzteres gilt als „Wiege des Christentums“, wo man in Maalula noch aramäisch spricht, die Sprache von Jesus Christus. Wo in Damaskus aus Saulus, dem jüdischen Pharisäer und römischen Bürger, der Jagd auf Christen machte, Paulus wurde, einer der ersten, der Jesus als Jünger folgte. Ihm soll in Damaskus Jesus erschienen sein, woraufhin er sein Leben änderte.