Von Thomas Röper – 6. August 2025
Das Steele-Dossier, in dem Donald Trump vorgeworfen wurde, russische Geheimdienste hätten ihn in der Hand, war bekanntlich eine Fälschung. Interessant ist, dass der angeblich mit Nowitschok vergiftete Skripal mit der Firma zusammengearbeitet hat, die das Steele-Dossier erstellt hat.
Auf diese Tatsache bin ich nur durch Zufall gestoßen, als ich vor einigen Tagen die Kommentare unter der letzten Tacheles-Sendung überflogen habe. Ein Kommentator hatte darauf hingewiesen, dass Sergej Skripal mit der privaten britischen Geheimdienstfirma Fusion GPS Orbis Business Intelligence zusammengearbeitet habe, die das Steele-Dossier erstellt hat. Es ist mir fast schon peinlich, aber das war mir bisher entgangen.
Ich werde hier die Chronologie der Ereignisse aufführen, damit verständlich wird, worum es dabei geht.
Im Juni 2016 beauftragte der Wahlkampfstab von Hillary Clinton Fusion GPS Orbis Business Intelligence, ein privates britisches Nachrichtendienstunternehmen, mit der Untersuchung von Verbindungen zwischen Trump und Russland. Der Mitbegründer von Orbis, Christopher Steele, ein pensionierter britischer MI6-Offizier mit Kenntnissen in russischen Angelegenheiten, wurde Unterauftragnehmer für diesen Auftrag. Vor seiner Arbeit an dem Dossier über angebliche Verbindungen zwischen Trump und Russland war Steele übrigens ein bezahlter Informant für das FBI.
Das Wahlkampfteam von Clinton hat sich alle Mühe gegeben, Spuren zu vermeiden, indem es keine direkten Kontakte zu Steele hatte, sondern den Auftrag über zwischengeschaltete Firmen laufen ließ. Das Wahlkampfteam von Clinton ließ sich die „Nachforschungen“ einiges kosten, denn insgesamt bezahlte das Clinton-Team dafür 1,02 Millionen Dollar an eine US-Firma. Das Ergebnis war das später sogenannte „Steele-Dossier“.
Das „Steele-Dossier“ enthielt Geschichten, die Trump als von Moskau kontrolliert darstellten. Nachdem in den USA kurz nach Trumps Wahlsieg 2016 hinter den Kulissen Gerüchte über das Dossier auftauchten, wurde es am 10. Januar 2017 öffentlich. Die „Zeit“ berichtete später darüber:
„Steele hat in Russland ein Netz an Kontakten, die sich für ihn umhören. (…) Den ersten Bericht schickte er im Juni 2016 nicht digital, sondern per FedEx. Darüber stand: „Company Intelligence Report 2016/080“. Der erste Satz: „Das russische Regime hat Trump in den vergangenen 5 Jahren gepflegt, unterstützt und ihm assistiert.“ Ziel von Putin sei es, die westliche Allianz zu schwächen – und Putin könnte Trump in der Hand haben.