Piraterie: Provozierten europäische Staaten in der Ostsee einen Krieg mit Russland?

Von Thomas Röper – 31. Januar 2026

Europäische Staaten haben beschlossen, die Ostsee für Tanker der „russischen Schattenflotte“ zu sperren. Da damit völkerrechtswidrig eine der wichtigsten Seehandelsrouten Russlands gesperrt würde, könnte diese Staaten damit einen heißen Krieg mit Russland provozieren.

In letzter Zeit haben diverse Fälle Schlagzeilen gemacht, bei denen westliche Staaten Tanker gekapert haben, die sie zu einer „Schattenflotte“ zählen. So haben EU-Staaten im Laufe des letzten Jahres in der Ostsee mehrere Tanker gekapert, die russisches Öl transportiert haben, und die USA haben Anfang des Jahres Tanker gekapert, die Öl aus Venezuela an Bord hatten. In ihren Erklärungen n sprachen sie danach von Tankern, die angeblich zur russischen oder venezolanischen „Schattenflotte“ gehören

Völkerrechtlich ist das Piraterie, denn solange es keine vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen gibt, hat kein Staat das Recht, Schiffe in internationalen Gewässern zu kapern, bloß weil er einseitige Sanktionen verhängt hat. Oder wie würde der Westen reagieren, wenn beispielsweise der Iran Sanktionen verhängen und damit die Kaperung europäischer Schiffe im Persischen Golf rechtfertigen würde?

Diese Praxis wollen 14 europäische Staaten offenbar auf die Nord- und Ostsee ausdehnen. Die BBC hat schon am 12. Januar gemeldet, dass die britische Regierung an einer juristischen Rechtfertigung für Kaperung von Tankern mit russischem Öl arbeite. Am 26. Januar hat die britische Regierung einen offenen Brief an alle Teilnehmer der internationalen Schifffahrt veröffentlicht, in dem ausdrücklich auf den „zunehmenden Einsatz von Schiffen von Schattenflotten zur Umgehung internationaler Sanktionen“ hingewiesen und de facto angekündigt wurde, die Ostsee für (zumindest einen Teil der) Schiffe mit Ziel Russland zu sperren.

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