Von Stefan Steinberg – 20. Februar 2026
Die diesjährigen Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) waren geprägt von einem zunehmenden Konflikt zwischen einer Schicht von Künstlern, die entschlossen sind, gegen den noch immer andauernden Völkermord in Gaza Stellung zu beziehen, und der Leitung der Berlinale sowie deren Förderer in der Bundesregierung, die entschlossen sind, den Völkermord aus dem Programm herauszuhalten.
Am 17. Februar wurde ein offener Brief veröffentlicht, der mittlerweile von mehr als 100 Filmschaffenden unterzeichnet wurde – allesamt frühere Teilnehmer der Berlinale. Darin wird der Veranstaltung vorgeworfen, „Künstler zu zensieren, die sich gegen Israels anhaltenden Völkermord an den Palästinensern in Gaza und Deutschlands führende Rolle als Unterstützer aussprechen.“
Zu den Unterzeichnern gehören Tilda Swindon, Javier Bardem, Peter Mullan, Mike Leigh, Nan Goldin, Adam McKay, Alia Shawkat, Brian Cox, Hany Abu Assad, Joshua Oppenheimer, Ken Loach, Mahdi Fleifel, Mark Ruffalo, Saleh Bakri und Sarah Friedland.
Der offene Brief greift einen schwerwiegenden Vorwurf des Palestine Film Institute auf, laut dem die Berlinale „Filmemacher überwacht und gleichzeitig eng mit der Bundespolizei bei ihren Ermittlungen zusammenarbeitet.“
Der Brief bezieht sich auf diejenigen Filmemacher, die bei der Berlinale 2025 für die Palästinenser und ihre Rechte Stellung bezogen hatten und von hochrangigen Organisatoren der Festspiele scharf ermahnt wurden. In dem Brief wird ein Filmschaffender zitiert, der gegenüber Film Workers for Palestine erklärte: „Es lag ein Gefühl der Paranoia in der Luft, ein Gefühl, nicht beschützt, sondern verfolgt zu werden. Das habe ich nie zuvor bei einem Filmfestival erlebt.“