Von Thomas Röper – 11. Februar 2026
Der französische Präsident Macron hat einige der größten europäischen Zeitungen zum Interview gebeten, um sich als Führer der EU in der neuen Zeit zu empfehlen, in der die EU verzweifelt nach einer neuen politischen Strategie und Ausrichtung sucht.
Dass die EU spätestens seit Anfang Januar politisch orientierungslos ist, habe ich bereits mehrfach thematisiert, denn nach der Veröffentlichung der neuen Sicherheitsstrategie der USA und Trumps Drohungen wegen Grönland verstehen inzwischen auch die radikalsten Transatlantiker, dass die USA kein Freund der EU, sondern ihr Gegner oder sogar Feind sind. Da die Außenpolitik der EU und ihrer Mitgliedsstaaten jedoch seit fast 80 Jahren ausschließlich darauf ausgerichtet war, den USA als treuer Vasall zu dienen, ist man in der EU nun ratlos.
Was nun, EU?
Soll die EU sich nun einen anderen Partner als Ersatz für die USA suchen? Und wenn ja, wen? Oder soll die EU versuchen, sich alleine gegen die USA, Russland und China zu behaupten? Und wenn ja, wie? Soll man die Realität anerkennen, dass man Russland in der Ukraine nicht besiegen kann? Und wenn ja, was dann? Wieder Beziehungen zum Nachbarn Russland aufbauen, oder lieber auf eine Art kalten Krieg mit Russland setzen? Oder soll man bei der harten Linie gegenüber Russland bleiben und damit am Ende sogar einen heißen Krieg mit Russland riskieren, wenn die Niederlage der Ukraine nicht mehr länger durch Waffenlieferungen und Geld hinausgezögert werden kann, wie es die Koalition der Willigen de facto gefordert hat, dann aber anscheinend wieder ein wenig zurückgerudert ist?