Von Johannes Stern – 13. Februar 2026
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat am Donnerstag als erste europäische Spitzenpolitikerin seit Beginn des Kriegs in Begleitung israelischer Militärs den Gazastreifen besucht. Sie unterstrich damit die Rolle der Bundesregierung und der deutschen herrschenden Klasse beim israelischen Genozid an den Palästinensern.
Berlin hat den Völkermord, der den Gazastreifen in eine Trümmerlandschaft verwandelt und weit mehr als 70.000 Menschen – mehrheitlich Frauen und Kinder – das Leben gekostet hat, politisch gedeckt und mit Waffenlieferungen aktiv unterstützt. Nun hat sich Klöckner vor Ort offen mit dem faschistischen Netanjahu-Regime solidarisiert und ist „embedded“ in das israelische Militär an den Ort des Verbrechens gereist.
Der Besuch folgte einem klaren Drehbuch. Er diente nicht der Aufklärung, sondern der Verschleierung – nicht der Beendigung, sondern der Fortsetzung des Massenmords. Während Klöckner sich in Israel aufhielt, beschloss das rechtsextreme israelische Sicherheitskabinett weitreichende Maßnahmen zur Ausweitung der Kontrolle über das besetzte Westjordanland und leitete damit dessen formelle Annexion ein.
Der propagandistische Charakter der Reise war so offensichtlich, dass sie an das absurde Schauspiel erinnerte, das die Nazis beim Besuch einer Delegation des Internationalen Roten Kreuzes am 23. Juni 1944 im Ghetto Theresienstadt inszenierten.
Damals wurde die Kommission entlang einer exakt geplanten Route geführt. Begleitet vom Lagerkommandanten und dem sogenannten Judenältesten erhielt sie ein sorgfältig einstudiertes Schauspiel mit ausgewählten Häftlingen vor künstlich hergerichteter Kulisse präsentiert. Ziel war es, den Holocaust zu verschleiern und der Weltöffentlichkeit vorzugaukeln, es handle sich um ein „normales“ jüdisches Siedlungsgebiet.