Von Thomas Röper – 24. März 2026

Ein Element der Propaganda deutscher Medien besteht darin, Angst vor nicht existierenden Gefahren zu schüren, echte Gefahren aber zu verschweigen. Das hat die Reaktion deutscher Medien auf den iranischen Angriff auf die britische Basis Diego Garcia einmal mehr gezeigt.
In all den Jahren, in denen ich mich schon mit den Prinzipien der Propaganda deutscher Medien befasse, habe ich eines gelernt: Deutsche Medien verbreiten Angst vor angeblichen Gefahren, die es gar nicht gibt, verschweigen aber gleichzeitig tatsächlich existierende Gefahren. Man nehme als Beispiel nur all die Berichte seit 2022, Russland würde angeblich mit dem Einsatz von Atomwaffen drohen, was aber immer frei erfunden war. Als es im letzten Oktober aber tatsächlich zum ersten Mal eine russische Drohung mit Atomwaffen gab, haben die deutschen Medien darüber nicht berichtet.
Der Grund für diese Art der Propaganda ist klar: Den Menschen sollen Feindbilder in die Köpfe gepflanzt werden, und dazu erfinden Politik und Medien angebliche Bedrohungen. Tatsächliche Gefahren aber verschweigen sie, weil eine nach einem schrecklichen Ereignis geschockte Öffentlichkeit viel emotionaler auf das überraschend kommende Ereignis reagiert – und eine emotionalisierte Öffentlichkeit ist nun einmal viel leichter zu lenken, was gerade dann wichtig ist, wenn man zuvor undenkbare Entscheidungen umsetzen will.
Genau das erleben wir gerade im Iran-Krieg. Wie oft haben Politik und Medien uns in den nun fast 50 Jahren des Informationskrieges gegen den Iran erzählt, der Iran entwickle Raketen, mit denen er Europa erreichen kann. Und wenn er dann auch noch Atomwaffen entwickelt, dann könnte der Iran Europa atomar angreifen. Diese – all die Jahrzehnte unbegründeten – Panikmeldungen begleiten uns spätestens seit den 1990er Jahren.
Als die USA in 2000er Jahren ihre Raketenabwehr in Osteuropa planten, war das Thema beispielsweise ein Dauerbrenner, denn iranische Raketen waren der offiziell genannte Grund für den Bau der Raketenabwehr, denn Russland galt damals ja noch als Freund des Westens, weshalb versichert wurde, die Raketenabwehr sei natürlich nicht gegen Russland gerichtet.
An all diesen Meldungen war nie etwas dran, die Warnungen vor der Gefahr durch iranische Raketen war nur ein Propaganda-Trick, um von den tatsächlichen Absuchten abzulenken und um das Feindbild Iran noch tiefer in die Köpfe der Menschen zu hämmern. Alle Experten gingen davon aus, dass iranische Raketen eine Reichweite von maximal 2.000 Kilometern haben und dass sie daher für Europa ungefährlich seien.
Nun aber ist alles anders, denn der Iran hat vor einigen Tagen den britischen Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean angegriffen, der 4.000 Kilometer vom Iran entfernt liegt. Nach allem, was bekannt ist, konnten die beiden abgefeuerten iranischen Raketen abgefangen werden und es gab keine Schäden.
Der Iran dürfte auch gar nicht vorgehabt haben, bei dem Angriff Schaden anzurichten, denn dann hätte er mehr Raketen abgefeuert, um die Luftabwehr zu überlasten, während nur zwei Raketen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine leichte Beute für die Luftabwehr sind.
Das bedeutet, dass der Iran der Welt mit dem Angriff zeigen wollte, dass er über Raketen mit weitaus größerer Reichweite verfügt, als allgemein angenommen wurde. Das war eine Warnung und Machtdemonstration, aber kein Angriff mit dem Ziel, Schaden anzurichten.
Und natürlich war das auch und gerade eine Machtdemonstration in Richtung Europa, in dem viele Länder den USA erlauben, ihre Militärstützpunkte für Angriffe gegen den Iran zu nutzen, indem von dort aus Aufklärungs-, Tank- oder Transportflugzeuge starten und die Einsätze von US-Drohnen beispielsweise über Ramstein laufen. Da der Iran im Persischen Golf alle Länder angreift, die den USA erlauben, von ihrem Gebiet aus den Iran anzugreifen, dürfte die gleiche Logik auch gegenüber Europa gelten.