Iran darf keine Atomwaffen erhalten, ist das Mantra. Was ist mit den israelischen?

Von Florian Rötzer – 23. Juni 2025

Während US-Vizepräsident Vance versucht, China und Russland zu vereinnahmen, weist dies Russland scharf zurück und erinnert daran, dass seit Jahrzehnten ein atomwaffenfreier Naher Osten gefordert wird. Für eine Lösung des Konflikts müssten die israelischen Atomwaffen mit auf den Verhandlungstisch.

Die iranische Führung will sich dem israelisch-amerikanischen Diktat nicht unterwerfen, zumindest eine Niederlage noch hinausziehen. Die Trump-Regierung favorisiert auch nach dem Angriff auf die iranischen Atomanlagen, die wohl als Warnung verstanden werden soll, eine Verhandlungslösung. Eben diese hatte Trump, der vom Friedensstifter zum erpresserischen Warlord mutiert ist, in seiner ersten Präsidentschaft aufgekündigt. Israel unter Netanjahu mit seiner religiös-rechtsextremen Regierung strebt aber einen Regime Change an und setzt die Angriffe auf den Iran weiter fort, um Israel im Kriegszustand zu halten und damit seine Macht zu sichern.

Die iranische Führung kann es sich nicht leisten, klein beizugeben, ohne ihre Herrschaft zu verlieren. Sie lehnt Verhandlungen ab, solange weiter das Land angegriffen wird, und droht mit Gegenschlägen. Auch darauf hoffend, dass Israel die teuren Abfangraketen in einem Abnutzungskrieg ausgehen, den Israel allein schon wirtschaftlich nicht ewig durchhalten kann, während US-Präsident Trump wohl vermeiden will, wieder in einen der endlosen Kriege hineingezogen zu werden, aus denen er die USA gerade heraushalten wollte.

Da weder die USA noch Israel Bodentruppen entsenden werden und der Angriff nicht nur auf militärische, sondern auch zivile Ziele das iranische Regime stärken wird, dürfte die Hoffnung von Trump, mit einer einmaligen, begrenzten militärischen Aktion das Ruder zu wenden, nicht funktionieren.

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