Von German-Foreign-Policy.com – 25. September 2025
Die Bundeswehr trainiert in der Hamburger Innenstadt in enger Zusammenarbeit mit zivilen Akteuren den Aufmarsch für einen Krieg gegen Russland. Militärkolonnen und Hubschrauber sollen sich Tag und Nacht durch Stadtviertel bewegen.
Mit dem heute beginnenden Manöver Red Storm Bravo hält die Bundeswehr zum ersten Mal eine Kriegsübung nicht nur im Hafen, sondern im großen Stil auch in mehreren Stadtvierteln der norddeutschen Metropole Hamburg ab. Im Manöverszenario gehe es darum, dass NATO-„Truppen mit ihrer Ausrüstung und ihren Waffensystemen im Hamburger Hafen ankommen und von dort auf Straße und Schiene weiter Richtung Osten transportiert werden“, teilt der verantwortliche Kommandeur des Landeskommandos Hamburg mit. Militärkolonnen und -hubschrauber sollen im Rahmen der Übung tagsüber, vor allem aber auch nachts Stadtviertel durchqueren bzw. überfliegen; „Knallgeräusche“ und „Rauchentwicklung“ seien zu erwarten, heißt es. Eng eingebunden sind Behörden und zivile Unternehmen, darunter Airbus und die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Die Hamburger Agentur für Arbeit testet die Anwendung eines Gesetzes aus dem Jahr 1968, das es ermöglicht, Zivilpersonen zu bestimmten Arbeiten zu verpflichten, also Arbeitszwang zu exekutieren. Beobachter warnen, die Bedeutung Hamburgs als Umschlagsplatz für Militärtransporte mache die Stadt im Kriegsfall zu einem wichtigen Angriffsziel. Proteste gegen das Manöver sind angekündigt.
Dieses Manöver in Hamburg ist für mich sehr besorgniserregend. Die Durchführung solcher Übungen in urbanen Gebieten, besonders zu jeder Zeit, stellt nicht nur eine Belastung für die Zivilbevölkerung dar, sondern birgt auch erhebliche Risiken. Die Begründung mit der NATO-Partnerschaft wirkt hier etwas abgehoben, da die Realität der möglichen Auswirkungen auf die Hamburger Bürgerinnen und Bürger zu vernachlässigen ist. Die Einbindung ziviler Unternehmen und Behörden, wie Airbus oder die HHLA, verstärkt meine Sorgen hinsichtlich eines realen Kriegsszenarios. Es ist unverständlich, weshalb solche Übungen in einer so starken Hafenstadt stattfinden, die ohnehin ein potenzielles Ziel wäre. Die Ankündigung von Protesten ist nur eine logische Reaktion auf diese Eskalation. Die Bundeswehr und die NATO sollten überlegen, wo es wirklich sinnvoller und weniger belastend wäre, solch massive Übungen durchzuführen.speed stars unlock