Von der NRhZ-Redaktion – 9. April 2026

Am Samstag, dem 28. März 2026, dem Tag der Bewegung, ausgerufen vom „Demokratischen Widerstand“, kam in Berlin in der Musikbrauerei einiges zusammen – darunter die Neue Rheinische Zeitung (Organ der Demokratie), die „Kampagne für ein neutrales Deutschland“ und das Medienprojekt Arbeiterfotografie (Videodokumentation in Vorbereitung). Was hatte es damit auf sich? Die Neue Rheinische Zeitung zeichnete die EU-sanktionierten Journalisten im palästinensischen Widerstand mit dem nach Karl Marx benannten Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik aus. Stellvertretend für die von der EU lebensbedrohlich bedrängten Journalisten und die ermordeten Bewohner Gazas ging der Preis an Anne Frank.
Den Geist und die Symbolkraft von Anne Frank aufnehmend, sang „Anna“ in einer riesigen Arena mit Palästina-Fahnen schwenkenden Menschen: „Meine palästinensische Schwester, ich kenne deinen Schmerz. Auch mir haben sie das Leben genommen, als wir doch nur leben wollten. Ich habe gelernt zu sterben, aber nie habe ich gelernt, den Hass zu tragen… Ich bin ein Mensch. Ich liebe dich, Schwester, ich liebe dich, Bruder, dein Blut auf der Erde ist auch mein Blut. Sie nahmen uns Kinder, sie nahmen uns Träume, doch die Menschlichkeit töten sie nicht.“
Es folgten Würdigungen von Gabriele Gysi („Für Helden wider Willen“) und Evelyn Hecht-Galinski.
Gabriele Gysi: „Heute im Zeitalter des allgegenwärtigen Marketings werden sichtbare Helden in tausendfacher Stückzahl produziert. Unsere Hirne werden vollgestopft mit Berühmtheiten auf allen Gebieten. Aber wie finden wir nun die Helden, die Menschlichkeit repräsentieren durch ihr Handeln, nicht Übermenschlichkeit. Wie können wir diese Helden wider Willen schützen? Indem wir sie in eine Reihe mit toten Helden stellen? Nein, sie sollen mit uns, unter uns leben. Wir müssen uns schützen, indem wir sie schützen. In Berlin, Hüseyin Dogru, er lebt mitten unter uns. Verteidigen wir uns gegen die neue digitale Form des Strafens. Das bürgerliche Recht als Ausdruck von Rechtstaatlichkeit darf nicht durch die EU aufgehoben werden.“
Evelyn Hecht-Galinski: „Die Sanktionen – wie Kontosperrungen, Reisebeschränkungen oder Berufsverbote – sind für die Betroffenen nicht nur lebensbedrohend, sondern zutiefst entwürdigend und der zivilrechtliche Tod. Hinzu kommt, dass es strafbar ist, sanktionierte Personen zu unterstützen. Wo also scheinen wir wieder gelandet? In Zeiten, wie ich sie nur aus Schilderungen meiner Eltern kannte.“
Das war die 9. Auszeichnung mit dem Kölner Karlspreis – nach Werner Rügemer, Wolfgang Bittner, Rolf Gössner, Evelyn Hecht-Galinski, Ken Jebsen, Sabiene Jahn zusammen mit Julian Assange, Michael Ballweg und Reiner Füllmich (im vergangenen Jahr am selben Ort).