Die Ukraine greift TurkStream mit Drohnen an

Von Thomas Röper – 17. März 2026

Die Ukraine hat in den letzten Tagen die Gaspipeline TurkStream mit Drohnen angegriffen. Hätte sie Erfolg, würde das die Gaskrise in Europa weiter verschärfen.

Deutsche Medien berichten darüber bestenfalls nebenbei, dabei sind das für Europa sehr wichtige Meldungen. In den letzten Tagen hat die Ukraine Pumpstationen der Gaspipelines TurkStream und Blue Stream in Russland mit Drohnen angegriffen. Die russische Luftabwehr konnte die Angriffe bisher abwehren, aber sollte die Ukraine eines Tages Erfolg haben, würde das sowohl die Türkei als auch europäische Länder wie Ungarn, die Slowakei und Serbien schwer treffen, die dann ohne russisches Pipeline-Gas dastehen würden.

Da deren Versorgung dann aus anderen Quellen erfolgen müsste, hätte das auch negative Folgen für den Weltmarkt, auf dem die Gaspreise wegen des Iran-Krieges ohnehin astronomische Höhen erreicht haben. Und natürlich würden die Gaspreise in der EU noch einmal steigen, weil Ungarn, die Slowakei und Serbien dann ebenfalls LNG bräuchten, von dem es in der EU schon jetzt zu wenig gibt, wie die extrem leeren Gasspeicher zeigen.

Trotzdem hört man weder aus Brüssel noch aus den großen EU-Staaten irgendeine Kritik an der Ukraine. Selbst dann, wenn es der Wirtschaft der EU schadet, von deren Unterstützung Kiew lebt, kann das Selensky-Regime machen was es will. Die EU verschließt sogar vor ukrainischem Energieterrorismus, der der EU selbst schadet, die Augen.

Kiew setzt auf maximalen Schaden
Kiew legt es dabei auf Beschädigungen der Pipelines an, die sie möglichst lange ausschalten würden. Daher greifen die Drohnen nicht nur die oberirdischen Gasleitungen an, sondern vor allem die Kompressorstationen, denn sollte ein Gasrohr beschädigt werden, dauert sein Austausch nur einige Tage. Würde jedoch eine Kompressorstation mit ihren komplexen Gasturbinen beschädigt, würde sich die Reparatur über Monate hinziehen.

Während in den Erdgaskompressorstationen von TurkStream russische Turbinen verbaut sind, ist in der Kompressorstation „Beregowaja“ der Gaspipeline Blue Stream eine Turbine des US-Herstellers General Electric installiert, die wegen der Sanktionen derzeit nicht ersetzt werden kann. Da Blue Stream die Türkei mit Gas versorgt, bedeuten diese Angriffe de facto Angriffe auf die Türkei.

[Hier weiterlesen]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.