Die Münchner Kriegskonferenz

Von Peter Schwarz – 16. Februar 2026

Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), zu der sich in den vergangenen drei Tagen rund 60 Staats- und Regierungschefs und hunderte Minister, Politiker, hochrangige Militärs und Sicherheitsexperten aus aller Welt versammelten, war von scharfen Spannungen geprägt. Doch in einer Frage waren sich alle Teilnehmer einig: Die Zeit, in der Großmachtinteressen durch diplomatische Manöver und internationale Institutionen kaschiert wurden, ist vorbei. Eine neue Epoche hat begonnen, in der sie unverhüllt durch militärische Macht und Krieg entschieden werden.

Die Debatten auf der Konferenz drehten sich nicht darum, wie ein dritter Weltkrieg verhindert, sondern wie er am besten vorbereitet werden kann. Der Krieg selbst ist in den Augen der herrschenden Kreise der USA und Europas notwendig und unvermeidlich.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnete die Konferenz mit den Worten: „Wir haben gemeinsam die Schwelle in eine Zeit überschritten, die wieder einmal offen von Macht und vor allem Großmachtpolitik geprägt ist.“ Die internationale Ordnung, die auf Rechten und auf Regeln beruht habe, gebe es so nicht mehr. Aufgabe der Europäer sei es, diese Realität anzuerkennen und „Vorkehrungen für die neue Zeit zu treffen“.

US-Außenminister Marco Rubio griff die internationale Politik der vergangenen Jahrzehnte vom rechten, nationalistischen Standpunkt der MAGA-Bewegung an. Die Vorstellung, das Ende der Sowjetunion vor 45 Jahren bedeute „das Ende der Geschichte“, sei eine „gefährliche Täuschung“ gewesen, die nun durch die Trump-Administration korrigiert werde.

„In dieser Illusion“, so Rubio, „haben wir uns einer dogmatischen Vision des freien und ungehinderten Handels verschrieben … Wir haben unsere Souveränität zunehmend an internationale Institutionen ausgelagert, während viele Nationen in massive Sozialstaaten investiert haben, auf Kosten der Aufrechterhaltung ihrer Verteidigungsfähigkeit. … Um einen Klimakult zu beschwichtigen, haben wir uns Energiepolitiken auferlegt, die unser Volk in Armut stürzen … Und in unserem Streben nach einer Welt ohne Grenzen haben wir unsere Türen für eine beispiellose Welle der Massenmigration geöffnet, die den Zusammenhalt unserer Gesellschaften, die Kontinuität unserer Kultur und die Zukunft unseres Volkes bedroht.“ Dies, so Rubio, „war eine törichte Idee, die sowohl die menschliche Natur als auch die Lehren aus über 5.000 Jahren Menschheitsgeschichte ignorierte. Sie ist uns teuer zu stehen gekommen.“ […]

Die anwesenden Staatsmänner dankten es ihm mit stehendem Applaus. Besonders Rubios Satz: Wir wollen nicht, dass unsere Verbündeten durch Schuld und Scham zurückgehalten werden“, dürfte v. a. den anwesenden Deutschen gefallen haben, werben sie doch seit langem dafür, sich durch die Verbrechen der Nazis nicht in ihrem erneuten Großmachstreben bremsen zu lassen.

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