Von Thomas Röper – 8. Januar 2026
Die USA sind bei Venezuela zu offener Piraterie übergegangen und haben mehrere Tanker mit Ziel Venezuela festgesetzt. Die EU könnte sich dadurch zur Kaperung von Tankern mit Ziel Russland motiviert fühlen, was jedoch gefährliche Folgen haben dürfte.
Die USA haben im Dezember eine völkerrechtlich illegale Seeblockade über Venezuela verhängt und begonnen, Öltanker mit Ziel Venezuela nach Piratenmanier zu kapern und die Ladung zu beschlagnahmen. Das begründen die USA mit ihren Sanktionen gegen Venezuela, die allerdings völkerrechtlich illegal sind, weil sie nicht vom UN-Sicherheitsrat beschlossen wurden. Was die USA hier tun ist offen demonstrierte Gesetzlosigkeit und Piraterie.
Gleiches hat keine gleichen Folgen
Die Gefahr dabei ist, dass sich dieses Vorgehen der USA EU-Staaten zu der Meinung verleiten könnte, sie könnten das gleiche tun, wie die USA, und nun wahllos Tanker mit Ziel Russland zu kapern.
Wir leben nun einmal nicht in einer gerechten Welt, in der das Völkerrecht irgendetwas zählen würde, sondern in der realen Welt, in der es um Macht geht. Die USA sind zu mächtig, als das irgendein Staat der Welt wegen einiger Tanker einen Krieg mit den USA anfangen würde, zumal die Frage für kein Land der Welt, außer für das ohnmächtige Venezuela, existenziell wichtig wäre.
Sollte die EU sich jedoch motiviert fühlen, dem US-Beispiel zu folgen und die Ostsee zu blockieren, wie einige europäische Falken immer wieder vorschlagen, wäre das etwas ganz anderes. Nicht völkerrechtlich, denn aus Sicht des Völkerrechts ist Piraterie immer Piraterie, egal, wer der Pirat und wer das Opfer ist.