„Der Iron Dome fängt jede Chance ab, die wir auf eine normale Zukunft haben könnten“

Von Guevara Bader – 31. März 2026

»Israels Raketenabwehrsysteme haben die Kosten eines Krieges drastisch gesenkt – und eine Gesellschaft, die Krieg nicht fürchtet, ist dazu verdammt, für immer mit ihm zu leben.« Das schreibt Guevara Bader, ein Student an einer israelischen Universität. Seine Beobachtungen und Gedanken sind beachtenswert! (cm)

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat die israelische Technik etwas hervorgebracht, das dem ultimativen technologischen Wunder nahekommt: ein mehrschichtiges Raketenabwehrsystem, das anfliegende Geschosse in ein Feuerwerk am Nachthimmel verwandeln kann. Doch unter diesem schützenden Dach hat sich ein unscheinbarer, aber folgenschwerer Wandlungsprozess vollzogen, der gefährlicher ist als die Raketen selbst: Der Iron Dome hat die Angst der Israelis vor dem Krieg beseitigt.

Eine Technologie, die entwickelt wurde, um Leben zu retten, hat ein Gefühl nahezu vollständiger Immunität erzeugt und die Katastrophe des Krieges in eine akzeptable Störung, wenn nicht gar in ein steriles Konsumprodukt verwandelt – etwas, das mit Gleichgültigkeit in den Alltag mit aufgenommen wird, irgendwo zwischen den Abendnachrichten und einer Essenslieferung.

Wenn die Angst vor dem Krieg schwindet, dann auch die Motivation der Öffentlichkeit, ihn zu beenden. In diesem Umfeld verkürzt technologische Sicherheit Kriege nicht, sondern hilft dabei, sie als dauerhaften Zustand aufrechtzuerhalten. (Hervorhebung durch die Globalbridge-Redaktion.)

Israel zeigt sich im Zeitalter des Iron Dome nicht mehr als lebendige Zivilgesellschaft, die auch über ein Militär verfügt; stattdessen ist es stolz darauf, im Wesentlichen eine gewaltige Militärbasis zu sein, um die herum das zivile Leben organisiert ist.

Ein seltener Moment der Aufrichtigkeit von Premierminister Benjamin Netanjahu verlieh dieser Transformation Gestalt, als er im vergangenen September in einer Ansprache vor Finanzbeamten warnte, dass Israel einer wachsenden internationalen Isolation gegenüberstehe und zu einem ökonomisch autarken „Super-Sparta“ werden müsse. Später tat er diese Äußerung als „Versprecher“ ab, nachdem die Aktienkurse an der Tel-Aviv-Börse eingebrochen waren. Doch wenn es tatsächlich ein Versprecher war, dann war es ein aufschlussreicher.

[Hier weiterlesen]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.