Von Peter Schwarz – 3. April 2026
Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, den Iran in die Steinzeit zurückzubomben, hat in den europäischen Medien keine Reaktion oder bestenfalls ein Schulterzucken ausgelöst. Trumps Androhung, die Lebensgrundlage eines Landes mit 90 Millionen Einwohnern und einer 5000-jährigen Kultur zu zerstören, war keinem der Leitartikler und Kommentatoren, die sich sonst endlos das Maul über den russischen Präsidenten Putin zerreißen, einen Protest wert.
Trump hatte die Drohung mehrmals in seinen Tweets und am Mittwoch auch in einer Fernsehansprache an das amerikanische Volk geäußert. „Wir werden ihnen in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart zusetzen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit schicken“, sagte er.
Dass Trump diese Drohung ernst meint, steht außer Zweifel. Die einzige Frage ist, wie weit er dabei gehen wird. Bis zum Einsatz von Atomwaffen? Ausschließen kann man das nicht.
Seit Kriegsbeginn hat allein Israel über 6500 Bomben auf den Iran abgeworfen, die Zahl der US-Bomben dürfte noch höher sein. Tausende wurden bereits getötet, Zehntausende verletzt. Die Zerstörung von Ölfeldern, Atomkraftwerken, Energie- und Wasserversorgung, mit der Trump droht, und die Vernichtung von Krankenhäusern, Schulen und Industrieanlagen, die bereits begonnen hat, würde Millionen weitere zu Hunger, Seuchen und Tod verurteilen.
Nicht nur Trumps Taten, auch seine Sprache erinnert an die völkermörderische Politik der Nazis. So hatte Hitlers Propagandachef Goebbels kurz vor Beginn des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion in sein Tagesbuch geschrieben: „Es wird ein Massenangriff allergrößten Stils, wohl der gewaltigste, den die Geschichte je gesehen hat… Der Bolschewismus wird wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Wir stehen vor einem Siegeszug ohnegleichen.“
Doch all das ist den Meinungsmachern in den Redaktionen keinen Kommentar wert. Sie berichten zwar über Trumps „Steinzeit“-Drohung, teilweise sogar in den Schlagzeilen. Doch Empörung oder Widerspruch – Fehlanzeige. Sie sorgen sich höchstens um die Folgen für den Ölpreis, die Aktienkurse und die Zukunft der NATO.