Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Mehr und mehr Beweise, dass Israel gewarnt war

Von Andre Damon – 9. Oktober 2023

In den israelischen und amerikanischen Medien erschienen im Verlauf des letzten Monats mehrere Berichte, laut denen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wiederholt detaillierte Warnungen vor den Hamas-Angriffen am 7. Oktober 2023 erhalten hat.

Die Berichte untermauern die Einschätzung der World Socialist Web Site (WSWS). Die WSWS war in einer Perspektive vom 2. Dezember 2023 mit dem Titel „Dokumente enthüllen israelische Verschwörung zur Förderung des Angriffs vom 7. Oktober“ zu dem Schluss gekommen, dass „israelische Regierungsvertreter … eine bewusste Entscheidung getroffen haben, sich zurückzuhalten, um den Angriff geschehen zu lassen.“

Weiter hieß es, ihre bewusste Untätigkeit sei Teil einer kriminellen Verschwörung mit dem Ziel, „dem seit langem geplanten Völkermord an der Bevölkerung von Gaza einen Vorwand zu verschaffen.“ Die israelische Regierung und ihr Verbündeter, der US-Imperialismus, benutzten den Angriff als Vorwand für einen Völkermord im Gazastreifen und einen Krieg, der sich seither auf den Libanon, Syrien, den Jemen, Katar und den Iran ausgebreitet hat.

Die israelische Zeitung Haaretz berichtete am 8. September unter Berufung auf drei ranghohe Quellen aus dem Ausland, der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohamed bin Zayed, habe Netanjahu etwa eineinhalb Wochen vor dem Angriff per Telefon gewarnt, die Hamas plane eine große Aktion. Bin Zayed habe Netanjahu, laut der Zeitung, „gedrängt, die Situation ernst zu nehmen“, doch habe der Ministerpräsident „relativ ruhig“ reagiert. Laut Haaretz habe niemand aus der Führung des Militärs, des Mossad oder des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet von bin Zayeds Warnung gewusst.

Die New York Times berichtete am 25. September, zwei Quellen hätten der Zeitung mitgeteilt, dass bin Zayed Netanjahu vor einem umfangreichen Angriff der Hamas gewarnt habe. Netanjahu habe sich am 1. Oktober 2023 mit seinen Sicherheitschefs getroffen, um über den Gazastreifen zu sprechen, „erwähnte aber laut den Protokollen des Treffens, die von der Times eingesehen wurden, die Warnung nicht.“ Weiter hieß es, er habe erklärt, jedes israelische Vorgehen gegen den Gazastreifen könnte die Aussicht auf diplomatische Beziehungen mit Saudi-Arabien zunichte machen.

The Atlantic berichtete am 25. September, der damalige ägyptische Geheimdienstchef Abbas Kamel sei am 26. September 2023, elf Tage vor dem Angriff, nach Israel geflogen. In der Zeitung hieß es weiter: „Laut einem ehemaligen israelischen Regierungsvertreter, der später über den Besuch unterrichtet wurde, habe seine Botschaft gelautet: ‚Wenn Sie Ihren Kurs nicht ändern, wird Ihnen der Gazastreifen um die Ohren fliegen.‘“

Das Wall Street Journal berichtete am 27. September unter Berufung auf den Vertreter einer arabischen Regierung, die Ägypter hätten Israel „bis 48 Stunden vor dem Angriff weiterhin gewarnt“.

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