Von Karin Leukefeld – 22. September 2026

Der US-Journalist Chris Hedges, ein Kenner Palästinas, hat ein Buch darüber geschrieben. Es müsste hier in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz als Schulbuch obligatorisch erklärt werden! (cm)
Seit bald drei Jahren findet in Palästina ein Völkermord statt. „Die Botschaft, die der Völkermord an den Rest der Welt sendet“, sei „unmißverständlich“, schreibt Chris Hedges im Februar 2026: „Wir besitzen alles, und wenn Ihr versucht, es uns wegzunehmen, werden wir Euch töten.“
Die „neue Weltordnung wird aussehen wie Gaza“, so das düstere und sehr realistische Fazit eines Journalisten, der viele Jahre als Auslandskorrespondent u.a. für die New York Times aus dem Nahen und Mittleren Osten berichtet hat. Der Aufbruch der Schanghai Organisation für Zusammenarbeit (SCO) und im globalen Süden (BRICS), mit dem sich eine andere, multipolare Weltordnung abzeichnet, scheint für die Menschen in Palästina, im Libanon, im Jemen, Irak und Iran ein ferner Traum.
Die „gewaltsame Neuordnung“ im Nahen und Mittleren Osten – und darüber hinaus – läßt sich nicht ausblenden. Die Toten, die Verwüstung, das Unrecht, das den Palästinensern angetan wird, sind heute bereits Realität im Libanon, Syrien, Jemen, Iran. Diese Entwicklung ist von Israel und seinen Partnern in der US-geführten westlichen Hemisphäre zu verantworten. Chris Hedges schreibt über die Freunde und Feinde von Palästina schonungslos. Er ist ein Freigeist mit Prinzipien. Zu denen gehört auch, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen. Hedges tut das scharfsinnig, mit großem Wissen und mit Vehemenz.
Reportagen von Chris Hedges aus der Zeit zwischen 1980 und 2000 und aktuelle Berichte von ihm aus dem Westjordanland und über Palästinenser, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, wurden von Seven Stories Press, New York, im Februar 2026 unter dem Titel „Genocide Foretold“, Der angekündigte Völkermord, veröffentlicht. Stefan Kraft vom Promedia Verlag übersetzte die eindringlichen Texte, in denen palästinensische Zeitzeugen – direkt und indirekt – zu Wort kommen. Die meisten von ihnen leben heute nicht mehr. Sie wurden bei israelischen Angriffen getötet. Der Wiener Promedia Verlag hat den Reportageband unter dem Titel „Die angekündigte Katastrophe“ veröffentlicht.