Imperialistischer Krieg verschärft Spannungen zwischen Türkei und Griechenland

Von Barış Demir und Ulaş Sevinç – 27. September 2026

Die Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland nehmen erneut zu. Beide Länder beschuldigen sich gegenseitig, bringen ihre Streitkräfte in Stellung und richten ihre Bündnisse mit anderen Regionalmächten neu aus. Während Athen seine Beziehungen zu Tel Aviv verstärkt, hat Ankara letzten Monat einen Militärpakt mit Saudi-Arabien und Pakistan unterzeichnet.

Laut Medienberichten hat Ankara Ende August die 51. Kommando-Brigade, die aus etwa 2.000 professionellen Berufssoldaten besteht, von Hozat im Osten des Landes in den Bezirk Söke in der Provinz Aydın, gegenüber der griechischen Insel Samos, verlegt.

Dieses vom türkischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Bild zeigt die Militärübung Denizkurdu-I/2026, an der laut eigenen Angaben 100 Schiffe, 50 Luftfahrzeuge und 14.000 Soldaten teilnahmen [Photo: X/Republic of Türkiye Ministry of National Defence]

Das türkische Verteidigungsministerium erklärte, es habe die Verlegung im Juni bewilligt. Es publizierte dies kurz nach dem Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis am 12. September auf der östlichsten griechischen Insel Meis (Kastelorizo), die dicht vor der türkischen Küste liegt. Das Ministerium erklärte, man verfolge aufmerksam die Kontakte Mitsotakis‘ zu den auf der Insel stationierten Militäreinheiten. Es warnte, es sei inakzeptabel, eine Situation zu schaffen, die dem demilitarisierten Status der Insel widerspräche.

Ein NATO-Mitglied mobilisiert sein Militär gegen ein anderes Mitglied des gleichen Bündnisses. Die Eskalation ist ein Nebenprodukt des imperialistischen Kriegs, der von Osteuropa in den Nahen Osten metastasiert und sich zunehmend zu einem einzigen Konflikt verbindet.

Infolge des imperialistischen NATO-Kriegs gegen Russland in der Ukraine ist Griechenland zur logistischen Drehscheibe Südosteuropas geworden. Der US-amerikanisch-israelische Angriffskrieg gegen den Iran und der Völkermord in Gaza haben das Streben der nationalen Bourgeoisie der Region nach Bündnissen und Militärblöcken zur Verteidigung ihrer eigenen reaktionären Interessen verstärkt.

Die türkischen und griechischen Arbeiter müssen jede Form von Nationalismus zurückweisen und sich zusammenschließen, um dem eskalierenden Krieg und der Gefahr eines neuen Konflikts eine internationale sozialistische Antikriegsbewegung entgegenzusetzen.

Die maritimen Streitigkeiten zwischen der Türkei und Griechenland reichen bis in die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zurück. Im Sommer flammten die Spannungen wieder auf und verschärften sich in den letzten Wochen.

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