Musterschüler der Eskalation: Wie die SPD zur US-Vasallen- und Aufrüstungspartei mutiert

Von Sevim Dağdelen – 16. September 2026

Pistorius eilt nach Washington, unterschreibt Rüstungsdeals und hört nur Lob. Die SPD, einst Partei von Brandts Ostpolitik, schreibt Deutschland in die US-Konzeption einer NATO 3.0 ein und schiebt uns in die Feuerlinie gegen eine Atommacht„Wer Verteidigungsminister Boris Pistorius nach dem Treffen mit seinem Amtskollegen Pete Hegseth zuhörte, konnte fast den Eindruck gewinnen, die beiden Minister seien beste Freunde geworden“, berichtet die Tagesschau aus Washington. Dabei geht es um Deutschlands Beitrag dazu, die Dinge in Europa zu eskalieren.

Es scheint eine ferne Zeit zu sein, in der die SPD einst für Dialog und Versöhnung mit unseren europäischen Nachbarn stand. „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts“ – das war das Credo von Bundeskanzler Willy Brandt mit einer Ostpolitik, die auf Interessenausgleich und Diplomatie setzte. Eine eigenständige Politik der Annäherung gen Osten war zugleich auch ein Stück Souveränitätsgewinn gegenüber den USA.

In diesen Tagen erleben wir eine völlige Abkehr von diesen Erkenntnissen. Die SPD positioniert sich als Teil der Merz-Regierung gegen den erklärten Feind Russland im Osten. Während selbst die USA teilweise den Dialog mit Moskau wagen, ist aus Berlin lediglich die Ansage zu hören, in wenigen Jahren die größte Armee Europas aufstellen zu wollen. Die SPD ist dabei in der Koalition die Partei, die scheinbar am willfährigsten Deutschland in die US-Konzeption einer NATO 3.0 einschreiben will. Die jüngste Reise von SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius kann hier als Beleg dienen.

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