Der Krieg am Persischen Golf – eine iranische Perspektive

Interview mit Sajjad Safaei. Interview: Alexander Neu – 28. Juni 2026

Ein Interview mit dem iranischen Analysten Dr. Sajjad Safaei über die Eskalation, die verschiedenen Interessen der Akteure und das neue Abkommen mit den USA – eine andere Perspektive auf die Ereignisse als die westlicher Experten und im Westen lebender iranischer Dissidenten. Dr. Sajjad Safaei ist multidisziplinärer Forscher, Dozent und Analyst mit Sitz in Deutschland. Er war Postdoktorand am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung und lehrte unter anderem an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie an der Universität Zürich. Seine Analysen zu iranischer Innen- und Außenpolitik, zur Geopolitik des Nahen Ostens, zur US-Außenpolitik sowie zu Fragen internationaler Sicherheit erschienen unter anderem in Foreign PolicyResponsible StatecraftAl JazeeraDAWN und The National Interest.

Alexander Neu: Dem Krieg zwischen den USA/Israel und dem Iran ging eine lange Geschichte von Anschuldigungen, Unterstellungen, Sanktionen und Isolationsversuchen des Iran voraus. Im Sommer letzten Jahres kam es zum Zwölf-Tage-Krieg zwischen den USA/Israel und dem Iran. Ende Februar dieses Jahres griffen diese beiden Staaten erneut den Iran an. Erklären Sie den Lesern den aus Ihrer Sicht wirklichen Grund für den erneuten Waffengang der USA und Israels – was sind die Motive?

Dr. Sajjad Safaei: Wenn wir über die Gründe für diesen Krieg sprechen, ist es wichtig, zwischen Absichten – oder Motiven, wie Sie es nennen – auf der einen Seite und Bedingungen auf der anderen zu unterscheiden. Motive beziehen sich darauf, was die einzelnen Akteure erreichen wollten.

Im Fall Israels war die Absicht mehr oder weniger klar. Es ist viel darüber gesagt worden, dass das iranische Atomprogramm der Hauptgrund für Israels Krieg gegen den Iran gewesen sei. Wenn es den israelischen Entscheidungsträgern jedoch wirklich darum gegangen wäre, das iranische Atomprogramm einzudämmen, hätte es einen weit weniger kostspieligen, schnelleren und verlässlicheren Weg gegeben, um sicherzustellen, dass der Iran so weit wie möglich von einer Atombombe entfernt bleibt: Diplomatie.

Teil 1 – hier weiterlesen

Zu Teil 2

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