Von Clara Weiss und David North – 25. Juni 2026
Professor Alexander Rabinowitch, der bedeutendste amerikanische Historiker der Russischen Revolution von 1917, verstarb am 16. Juni im Alter von 91 Jahren. Er war emeritierter Professor für Geschichte an der Indiana University in Bloomington. Im Laufe von sechs Jahrzehnten verfasste Rabinowitch vier maßgebliche Werke, in denen er die Wandlung der Bolschewiki von einer relativ kleinen Organisation zu einer Massenpartei untersuchte, die die kapitalistische Provisorische Regierung stürzte, eine Arbeiterregierung errichtete und schließlich siegreich aus einem Bürgerkrieg gegen konterrevolutionäre Kräfte hervorging, die von den imperialistischen Großmächten unterstützt wurden.
Rabinowitchs vier Bände zur Russischen Revolution umfassen: 1) Prelude to Revolution (veröffentlicht 1968), das sich auf die politische Krise in Petrograd im Sommer 1917 konzentrierte; 2) Die Sowjetmacht: Die Revolution der Bolschewiki 1917 (Original 1976, deutsche Übersetzung 2012), das sich mit den Ereignissen befasste, die mit der sozialistischen Revolution im Oktober 1917 ihren Höhepunkt fanden; 3) Die Sowjetmacht: Das erste Jahr (Original 2007, deutsche Übersetzung 2010), die eine detaillierte Darstellung des ersten Jahrs der Herrschaft der Bolschewiki lieferte; und 4) The Bolsheviks Survive: Petrograd 1919 (2026), das sich dem beinahe wundersamen Sieg der bolschewistischen Roten Armee unter der Führung Leo Trotzkis widmet.
Die beträchtlichen Zeiträume zwischen den Werken spiegelt die akribische Arbeitsweise Rabinowitchs wider, die auf intensiver Forschung in wichtigen Archiven beruhte. Die größte Leistung seines Werks bestand darin, dass er nachwies, dass die Bolschewiki in der Arbeiterklasse eine Massenbasis hatten. Sie gelangten nicht durch einen Putsch an die Macht, sondern durch eine gewaltige revolutionäre Offensive. Die Bolschewiki wurden zur Massenpartei, weil ihr Programm mit den Interessen der Arbeiterklasse übereinstimmte und diese klar zum Ausdruck brachte.
Mit seiner Aufrichtigkeit und seiner prinzipiellen Herangehensweise an die Geschichte geriet Rabinowitch mehr als einmal in Konflikt mit den vorherrschenden Stimmungen und Tendenzen in seinem beruflichen und persönlichen Umfeld. Dies brachte sein Leben auf einen Weg, den er selbst so nicht vorhergesehen hatte. Die Werke, die er im Rahmen seines unablässigen Eintretens für die historische Wahrheit schuf, waren wegweisend und stellen einen bedeutenden Beitrag zur historischen Aufarbeitung des Jahres 1917 sowie der ersten beiden Jahre des Bürgerkriegs dar.