Gibt es den Iran noch, nach dem gestrigen Wutausbruch Trumps?

Von Jochen Mitschka – 22. Juni 2026

Nach dem gestrigen Wutausbruch von Donald Trump fragte man sich heute Morgen „gibt es den Iran noch“? Und oh wunder, ja, es gibt ihn noch, und die Verhandlungen in der Schweiz scheinen sogar weiter zu gehen. Hier die neuesten Informationen zu der Krise, ausgelöst durch den Vernichtungsfeldzug Israels im südlichen Libanon, den der Iran nicht akzeptieren will.

Nach den explosiven Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen die iranischen Unterhändler – in denen er unter anderem via Fox News warnte, sie würden bei einer Schließung der Straße von Hormus „nicht einmal mehr in ihr verdammtes Land zurückkehren“ – sind die Friedensgespräche im Schweizer Luxusresort Bürgenstock in eine schwere Krise gestürzt und wurden temporär unterbrochen. TKP.AT berichtete darüber.

Der Eklat und die Reaktion vor Ort

Kurzzeitiger Walk-out

Als Reaktion auf Trumps aggressive Posts bei Truth Social und seine Medien-Statements legte die iranische Delegation unter Führung von Parlamentschef Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi scharfen Protest ein und verließ nach nur 80 Minuten den Verhandlungstisch. Aber glücklicherweise gab es heftige Vermittlungen durch Pakistan, die einen vorzeitigen kompletten Abbruch verhinderten.

Und so bestätigten die Diplomaten des Irans, dass trotz des vorübergehenden Verlassens des Gebäudes, die Verhandler nicht offiziell aus den Gesprächen ausgestiegen seien und weiterhin über die Vermittler Katar und Pakistan eingebunden bleiben.

Rhetorischer Gegenwind aus Teheran

Die Führung in Teheran versucht, die Drohungen herunterzuspielen. Ghalibaf konterte via X, man nehme die US-Drohungen „nicht ernst“. Irans Präsident Massud Peseschkian betonte zeitgleich bei einer Kabinettssitzung, dass der Iran aufgrund der verheerenden Wirtschaftskrise im Land weiterhin den Dialog und eine Lockerung der US-Sanktionen anstrebe.

Spagat der US-Delegation

Während Trump aus Washington mit der vollständigen Zerstörung des Iran droht, falls die Hisbollah-Miliz nicht eingedämmt wird, versucht die US-Delegation in der Schweiz unter Vizepräsident JD Vance, Jared Kushner und Steve Witkoff Schadensbegrenzung zu betreiben. Vance sprach trotz des schwierigen Starts von „großen Fortschritten“ und dem Versuch, „ein neues Kapitel aufzuschlagen“.

Verhandlung auf Sparflamme

Der iranische Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei erklärte, dass die Gespräche wegen der US-Drohungen und der anhaltenden Instabilität im Libanon vorerst nur auf die reine Umsetzung der bereits geschlossenen Absichtserklärung (MoU) beschränkt werden. Weiterführende Verhandlungen, etwa über das iranische Atomprogramm, wurden blockiert.

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