Von Thomas Röper – 23. Mai 2026

Die Ukraine hat im Gebiet Lugansk ein Schülerwohnheim mit mehreren Drohnen beschossen, wobei mindestens 16 Jugendliche getötet und 39 verletzt wurden, sechs werden noch unter den Trümmern vermutet. Der Westen hat mal wieder kein Wort der Kritik und der Spiegel will nicht hinsehen – obwohl er es tun könnte.
Am Freitag hat die Ukraine mehrere Drohnen auf das Hauptgebäude und das Wohnheim der Berufsschule in Starobelsk im Gebiet Lugansk (LNR) abgefeuert, in der Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren unterrichtet werden. Bei dem Angriff wurden nach aktuellem Stand 16 Jugendliche getötet, 39 weitere verletzt, sechs werden unter den Trümmern vermutet.
Der Westen bestreitet den Angriff. Die lettische UN-Vertreterin bezeichnete den Angriff als „Provokation und Fake des Kremls“, während die Ukraine erklärte, sie habe keine Berufsschule und kein Wohnheim, sondern den Standort einer russischen Spezialeinheit angegriffen, die dort Drohnen produziert habe.
Der Spiegel berichtete über den Angriff unter der Überschrift „Angriff im Gebiet Luhansk – Putin wirft Ukraine »Terrorakt« vor – Ukraine spricht von »Manipulation«“ und formulierte den Artikel so, dass die ukrainische Version glaubwürdig klingt, während die russische Version als unglaubwürdig dargestellt wurde. Während der Spiegel jede Horrormeldung aus der Ukraine als Tatsache darstellt, spielt er Gräueltaten der Ukraine herunter. Aber das kennen wir ja schon.
Eine Formulierung, die der Spiegel in solchen Fällen immer benutzt, lautet, man könne die Vorgänge nicht unabhängig überprüfen. In diesem Fall klang das beim Spiegel so:
„Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Auch zu der Zahl der Opfer und Vermissten in dem Wohnheim gibt es keine verifizierten Informationen.“
Doch, man kann die Angaben überprüfen, denn niemand hindert die Mitarbeiter des Spiegel-Büros in Moskau daran, nach Lugansk zu fahren und sich den Ort persönlich anzuschauen. Schließlich arbeitet beispielsweise Christina Hebel vom Spiegel immer noch in Moskau.
Mehr noch: Nachdem die Staaten des Westens Russland „Manipulation“ und „Fakes“ vorwerfen, hat das russische Außenministerium ausländische in Russland akkreditierte Journalisten eingeladen, den Ort der Tragödie zu besuchen. Diese Einladung gilt ausdrücklich auch für westliche Mainstream-Medien, aber die haben die Einladung unter Vorwänden abgelehnt. CNN beispielsweise hat auf die Einladung geantwortet, man sei im Urlaub und könne daher niemanden aus dem Moskau-Büro nach Lugansk schicken.
Ob der Spiegel jemanden nach Lugansk schicken wird? Die Einladung gilt ja auch für das Spiegel-Büro in Moskau.