Russischer Vizeaußenminister im Interview über das Verhältnis zur NATO, zu Atomwaffen und zur Iran-Krise

Interview mit Sergei Rjabkow (Übersetzung: Thomas Röper) – 20. Mai 2026

Der russische Vizeaußenminister Rjabkow hat in einem Interview Russlands Positionen zur NATO, zur Gefahr eines Atomkrieges und zur Lösung der Iran-Krise erklärt.

Die TASS hat ein Interview mit dem russischen Vizeaußenminister Rjabkow veröffentlicht, in dem er Russlands Positionen zur NATO, zur Gefahr eines Atomkrieges und zur Lösung der Iran-Krise erklärt hat. Ich habe das Interview übersetzt, damit das deutsche Publikum Russlands Positionen aus erster Hand kennenlernen kann. […]

Sergei Rjabkow: Das Risiko eines „direkten Konfrontation“ zwischen NATO und Russland wächst

In einem Interview mit der TASS bewertet der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow die Risiken eines Konflikts zwischen Russland und der NATO und erzählt, wie Moskau die Hitzköpfe im Westen kühlt, ob ein Dialog über strategische Stabilität zu erwarten ist und wie sich die Lage um den Iran entwickeln wird.

Frage: Die nukleare Rhetorik der europäischen Länder hat sich in letzter Zeit dramatisch verschärft. Finnland plant die Einfuhr von Atomwaffen zu erlauben, während Frankreich und Polen Übungen über der Ostsee durchführen und dabei nukleare Angriffe auf Ziele in Russland simulieren. Wie gefährlich sind diese Schritte? Wie wird Moskau darauf reagieren?

Rjabkow: Wir haben unsere äußerst negative Haltung gegenüber diesen Vorbereitungen der Europäer klar und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Diese Schritte gehen mit feindseliger ant-irussischer Rhetorik einher und sind Teil des allgemeinen Prozesses der beschleunigten Militarisierung Europas, der sich offen gegen unser Land richtet. Das deckt sich mit der Eskalationsrhetorik europäischer Hauptstädte über die „kommende Gefahr eines hochintensiven Krieges“ mit Russland.

Infolge dieser verschärften Spannungen, einschließlich offener Provokationen im nuklearen Bereich, nehmen die strategischen Risiken und die Gefahr eines direkten Konflikts zwischen der NATO und unserem Land mit all seinen potenziell katastrophalen Folgen zu. Die offensichtliche Stärkung der nuklearen Komponente des Gesamtpotenzials der NATO, die faktisch auf Europas Bemühungen um den Aufbau eigener nuklearer Fähigkeiten zusätzlich zum entsprechenden US-amerikanischen „Schirm“ zurückzuführen ist, können wir nicht ignorieren.

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