Von Peter F. Mayer – 20. Mai 2026

Der Überwachungsstaat der „Gesundheitsbehörde“ wird Realität durch das Projekt, das tief in die Privatsphäre jedes Bürgers eingreift. Das US-Unternehmen Palantir erhält offenbar unbegrenzten Zugriff zu identifizierbaren Patientendaten des National Health Service (NHS).
Was als Effizienzsteigerung und Modernisierung verkauft wird, ist in Wahrheit der Bau eines umfassenden Überwachungsapparats unter dem Deckmantel der Digitalisierung. Palantir, gegründet von Deutschen Peter Thiel und eng verbunden mit US-Geheimdiensten, Militär und Überwachungstechnologie, hat bereits 2023 einen Vertrag über 330 Millionen Pfund für die sogenannte Federated Data Platform (FDP) erhalten. Dieses System soll Daten aus Hunderten NHS-Einrichtungen zentral zusammenführen. Interne Dokumente zeigen nun, dass externe Palantir-Mitarbeiter „unbegrenzten Zugriff“ auf personenbezogene, identifizierbare Patientendaten erhalten – nicht nur auf anonymisierte Statistiken.
Offiziell heißt es immer dasselbe: Es gehe nur um bessere Planung, kürzere Wartezeiten und effizientere Versorgung. Regierungen geben allerdings zentralisierte Datenbanken nie wieder her. Ob römischer Zensus oder moderne digitale Systeme – Information ist Macht, und diese Macht wird früher oder später missbraucht.
Ein Unternehmen mit Vergangenheit
Palantir ist kein neutraler Software-Anbieter. Das Unternehmen hat seine Wurzeln in der US-Überwachungstechnik, arbeitet mit Geheimdiensten zusammen und war an umstrittenen Projekten beteiligt. Kritiker in Großbritannien warnen zu Recht vor Missbrauchspotenzial, Datenabfluss in die USA (CLOUD Act) und dem Verlust des Vertrauens der Patienten. Ärzte, Abgeordnete und Datenschützer schlagen Alarm – einige NHS-Regionen weigern sich sogar, mitzumachen.
Das NHS enthält eines der umfassendsten zentralen Gesundheitsdatensysteme der Welt – mit Krankengeschichten, psychischen Diagnosen, Medikamenten, genetischen Informationen, Impfstatus und reproduktiven Daten. Wer diese Daten kontrolliert, kontrolliert letztlich große Teile des Lebens der Bürger.
Der Weg in die totale Transparenz des Bürgers
Dieser Schritt passt perfekt ins große Bild: Digitale Identitäten, CBDCs, Social-Credit-Elemente und KI-gestützte Analyse verschmelzen zu einem System, das jede freie Gesellschaft früher oder später bedroht. Die Corona-Zeit hat gezeigt, wie schnell Regierungen im Namen der „Sicherheit“ Freiheiten einschränken und wie bereitwillig Teile der Bevölkerung mitmachen.