Trumps gescheiterte Mission nach China

Von Larry C. Johnson – 16. Mai 2026

Der Pekinger Zirkus ist vorbei und Donald Trumps Gespräche mit Xi Jinping brachten nichts weiter hervor als einige gefällige Fototermine und performative Diplomatie ohne substanzielle Ergebnisse.

Es gab kein gemeinsames Abschlusskommuniqué nach Trumps zweitägigen Treffen mit Xi Jinping. Stattdessen bleiben uns nur die Erklärungen beider Regierungen. Wenn man diese beiden Erklärungen analysiert, weichen sie erheblich voneinander ab, und die Unterschiede sind ebenso aufschlussreich wie die Überschneidungen. Vergleicht man, worüber laut jeder Seite gesprochen wurde, erkennt man, was auf dem Gipfel tatsächlich geschah.

Die Unterschiede zwischen den beiden Darstellungen sind deutlich und strategisch bewusst gesetzt. Hier folgt eine präzise Auflistung dessen, was das Weiße Haus hervorhob, das chinesische Außenministerium jedoch entweder völlig verschwieg oder nur äußerst vage erwähnte:

1. Der Irankrieg und Atomwaffen — Von China ausgelassen

Dies ist die folgenreichste Lücke. Die Erklärung des Weißen Hauses sagte ausdrücklich:

„Beide Seiten waren sich einig, dass die Straße von Hormus offen bleiben muss, um den freien Energiefluss zu gewährleisten. Präsident Xi machte außerdem deutlich, dass China gegen die Militarisierung der Straße und gegen jegliche Versuche ist, Mautgebühren für ihre Nutzung zu erheben, und er zeigte Interesse daran, mehr amerikanisches Öl zu kaufen, um Chinas Abhängigkeit von der Straße künftig zu reduzieren. Beide Länder waren sich einig, dass Iran niemals Atomwaffen besitzen darf.“ PBS

Die chinesische Darstellung hingegen sagte lediglich, dass „beide Seiten den Konflikt im Nahen Osten diskutierten“, ohne weitere Details — keine Erwähnung der Straße von Hormus, keine Erwähnung von Mautgebühren, keine Erwähnung des iranischen Atomprogramms und keine Bestätigung irgendeiner gemeinsamen Position zu diesen Themen. YouTube

Diese Lücke ist enorm. Das Weiße Haus behauptet, China habe zugestimmt, dass Iran niemals Atomwaffen besitzen dürfe und sich gegen Irans Mautregime ausgesprochen. Das Weiße Haus verkauft dies als bedeutende chinesische Zugeständnisse, die Peking offensichtlich nicht öffentlich bestätigt haben wollte. Laut einer zuverlässigen Quelle mit Zugang zu den Gesprächen wies Xi jedoch Trumps Forderung entschieden zurück, China solle Druck auf Iran ausüben und helfen, die Straße von Hormus zu öffnen.

[Hier weiterlesen]

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.