Von Alex Lantier – 1. Mai 2026
Trumps Blockade des Iran und seine Drohung, die iranische Zivilisation auszulöschen, markieren ein neues Stadium im internationalen Klassenkampf. Zwar hat Trump mit seinem Angriffskrieg offensichtlich einen Rückschlag erlitten, da er es bisher nicht geschafft hat, dem Iran ein neokoloniales Regime aufzuzwingen. Doch die europäische Bourgeoisie reagiert darauf mit der Vorbereitung einer sozialen und wirtschaftlichen Offensive gegen die Rechte und den Lebensstandard der Arbeiter.
Am wohl deutlichsten zeigt sich dies bei Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der weder den Krieg gegen den Iran, noch die Blockade verurteilt hat, welche die Energieversorgung Europas unterbrochen hat. Seine Regierung ignoriert die drohende Wirtschaftskrise und bereitet sich darauf vor, sie als Vorwand für Sparmaßnahmen zu benutzen, die von der französischen Bevölkerung bereits mit überwältigender Mehrheit abgelehnt wurden.
Es besteht ein eklatanter Widerspruch zwischen Macrons Äußerungen und denen des Vorstandschefs von TotalEnergies, Patrick Pouyanné. Pouyanné betonte am Freitag bei einer Konferenz, die von der Denkfabrik Institut français des relations internationales (IFRI) in Chantilly organisiert wurde, die drohende Energiekrise.
Frankreich, so Pouyanné, riskiere „in eine Ära der Energieknappheit zu geraten, wie sie bereits in einigen asiatischen Ländern herrscht. … Wenn dieser Krieg und diese Blockade länger als drei Monate andauern, werden wir ernsthafte Versorgungsprobleme bei bestimmten Produkten wie Kerosin erleben. … Im Atlantikraum gibt es noch keine Engpässe… aber wir können es uns nicht leisten, 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gasreserven [d. h. die der Golfregion] unzugänglich zu lassen, ohne dass es gravierende Folgen hat.“