Von Thomas Röper – 28. April 2026

Letzte Woche hat die EU den 90-Milliardenkredit für Kiew formal beschlossen. Dass der Kredit ein Geschenk an die europäischen Rüstungskonzerne ist, weil 60 der 90 Milliarden Euro direkt an sie gehen, berichten die Medien bestenfalls nebenbei.
Seit Dezember wird über den 90-Milliardenkredit für Kiew berichtet, dessen erste Tranche nun bald ausgezahlt werden soll. Bevor wir zu den aktuellen Meldungen kommen, erinnere ich kurz an die Vorgeschichte.
Russland soll zahlen
Die Ukraine ist pleite und wird schon seit 2014 de facto nur mit Finanzspritzen aus dem Westen „am Leben“ erhalten. Seit der Eskalation des Konfliktes mit Russland im Februar 2022 ist die Lage noch dramatischer geworden, denn die Ukraine brauchte in den letzten Jahren etwa 100 Milliarden Dollar pro Jahr, um den Krieg weiterführen zu können, wobei natürlich ein Großteil des Geldes in dunklen Kanälen verschwand.
Nachdem die USA nach Trumps Wahlsieg aus dem Ukraine-Abenteuer ausgestiegen sind, liegt diese Last nun alleine bei den Staaten der EU. Die USA haben sich darauf zurückgezogen, den Europäern Waffen zu verkaufen, die diese dann an Kiew liefern dürfen. Daher hat Kanzler Merz im September 2025 die Idee aufgebracht, die in der EU eingefrorenen russischen Vermögenswerte in Höhe von etwa 200 Milliarden Euro zu klauen, um den Krieg gegen Russland damit zu finanzieren. Bekanntlich ist die Idee im Dezember 2025 an Belgien gescheitert, wo die russischen Gelder liegen, weil Belgien befürchtet, für den Raub in Haftung genommen zu werden und keine ausreichenden Garantien der EU für diesen Fall bekommen hat.
Daraufhin hat sich die EU den 90-Milliardenkredit ausgedacht, der es Kiew ermöglichen soll, den Krieg in den Jahren 2026 und 2027 fortzusetzen. Den Kredit nimmt die EU auf, Kiew wird ihn nicht zurückzahlen müssen, sondern für den Kredit garantieren die EU-Staaten (außer Ungarn, der Slowakei und der Tschechei, die die Teilnahme daran abgelehnt haben) entsprechend ihrer Wirtschaftskraft. Zurückzahlen will die EU den Kredit irgendwann aus Reparationen, die Russland leisten soll, nachdem es den Krieg verloren hat. Darauf hofft zumindest die EU.
Ungarn hat die Auszahlung des Kredits wegen des Machtkampfes zwischen Orban und Selensky um einige Wochen verzögert, sie nach Orbans Wahlniederlage jedoch freigegeben, was auf dem EU-Gipfel letzte Woche zusammen mit dem 20. Sanktionspaket gegen Russland formal beschlossen wurde. Nun sollen die ersten Gelder bald nach Kiew überwiesen werden.