58. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran und Libanon (Ticker 17:30 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 26. April 2026

Trotz „Waffenruhe“: Israel greift weiter im Libanon an und will Litani-Gebiet dauerhaft kontrollieren – Iran setzt auf „strategische Abschreckung. Die Realität am 58. Tag zeigt: Die Waffenruhe ist eine Farce. Diplomatische Bemühungen in Pakistan laufen ins Leere, weil Trump seine eigenen Gesandten zurückgepfiffen hat
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Israel setzt seine Angriffe fort, hat bereits 15 Menschen im Libanon seit Beginn der Waffenruhe getötet und erklärt offen, das Gebiet südlich des Litani-Flusses dauerhaft kontrollieren zu wollen – inklusive Brücken und Infrastruktur. Die IRGC warnt vor „strategischer Abschreckung“ und hat die Straße von Hormuz zur „Kill-Zone“ gemacht. Diplomatische Bemühungen in Pakistan laufen ins Leere, weil Trump seine eigenen Gesandten zurückgepfiffen hat.

Im Libanon eskaliert die Lage trotz der von Trump um drei Wochen verlängerten Waffenruhe. Netanyahu hat die IDF angewiesen, „mit aller Kraft“ gegen Hezbollah-Ziele vorzugehen. Israelische Luft- und Drohnenangriffe auf den Südlibanon töten weiter Zivilisten – erst kürzlich vier Tote. Israel greift gezielt Brücken und Infrastruktur an und will das Gebiet südlich des Litani-Flusses unter dauerhafte Kontrolle bringen. Hezbollah hat klargemacht, die Waffen erst niederzulegen, wenn die Besatzung endet. Libanesische Politiker sprechen von Kriegsverbrechen und einem „US-gestützten Entwaffnungsplan“.

Haaretz bestätigt aus israelischer Sicht die fortlaufenden Einsätze: Die IDF zerstört Hezbollah-Strukturen, Raketenwerfer und sogar Solaranlagen im Südlibanon – angeblich „Terrorziele“. Netanyahu ordnet „kraftvolle Schläge“ trotz Ceasefire an. Seit Beginn der Waffenruhe sind laut israelischen und libanesischen Quellen mindestens 15 Menschen getötet worden.

Auf iranischer Seite herrscht ungebrochene Entschlossenheit. Die Revolutionsgarde (IRGC) hat die Straße von Hormuz zur Festung ausgebaut: Ghadir-U-Boote, Schnellboote und unbemannte Unterwasserfahrzeuge machen jede US-Blockade zum Risiko. Iran hat ein US-kollaborierendes Schiff gekapert und warnt vor „strategischer Abschreckung“, falls die illegale Blockade fortgesetzt wird.

Außenminister Araghchi hat in Pakistan ein praktikables Rahmenkonzept für ein dauerhaftes Kriegsende vorgelegt – doch Trump hat die US-Gesandten kurzerhand zurückbeordert. Iran lehnt Verhandlungen unter Druck und Blockade ab. (PressTVFars News English)

Die Opferzahlen sind erschreckend: Bis zu 3.375 Tote allein in Iran, 2.294 im Libanon und 28 in den Golfstaaten. Iran meldet zudem, dass 7.125 Menschen lebend aus den Trümmern geborgen wurden. Die Zerstörung von 150 historischen und kulturellen Stätten in Iran wird als gezielter Kulturkampf gewertet.

Auf X (ehemals Twitter) dominieren die Diskussionen um die anhaltenden israelischen Verstöße gegen die Waffenruhe, die Hormuz-Blockade und die Frage, ob der Krieg bereits strategisch verloren ist. Die Realität ist eindeutig: Der „Frieden“ dient nur als Deckmantel für weitere israelische Gebietsgewinne und US-Druckpolitik.

Dieser Krieg ist kein Verteidigungskrieg – er ist ein Angriffskrieg zur Durchsetzung regionaler Dominanz. Während Iran und Hezbollah Resilienz und Einheit zeigen, zahlen die Völker der Region und die Weltwirtschaft den Preis. Die Bürger in Europa und den USA finanzieren mit ihren Steuern und ihrer NATO-Mitgliedschaft einen Konflikt, der die globale Stabilität zerstört und Energiepreise in die Höhe treibt.

Informationen aus dem Haaretz-Newsletter:

Auf diplomatischer Ebene wichen erste Anzeichen für Fortschritte letztendlich einer erneuten Pattsituation. Das Weiße Haus hatte am Freitag zunächst mitgeteilt, dass die Sonderbeauftragten von Präsident Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, am Samstag zu Gesprächen mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi aufbrechen würden. Obwohl Araghchi tatsächlich am Freitag in Islamabad eintraf, erklärte das Außenministerium in Teheran am X., dass iranische Vertreter sich nicht mit der amerikanischen Delegation treffen würden. Eine an den Gesprächen beteiligte pakistanische Quelle teilte später am Samstag mit, Araghchi habe sowohl die Forderungen Teherans als auch dessen Vorbehalte gegenüber den Vorschlägen Washingtons übermittelt.

In Israel protestierten unterdessen Dutzende Demonstranten vor der Residenz des US-Botschafters Mike Huckabee in Jerusalem und forderten die Trump-Regierung auf, ihre Unterstützung für Premierminister Netanjahu einzustellen, den sie als Bedrohung für beide Länder bezeichneten. Eran Etzion, der ehemalige stellvertretende Leiter des israelischen Nationalen Sicherheitsrats, sagte in einem Appell an Trump, dieser setze „auf das falsche Pferd“ und fügte hinzu: „Wir suchen eine Regierung, die den US-Präsidenten nicht belügt oder betrügt.“

Israel kam der Forderung der USA nach einer Eindämmung der Angriffe auf Gaza im Rahmen der Bemühungen um eine Entwaffnung der Hamas nicht nach

Die USA forderten Israel auf, die Angriffe in Gaza einzuschränken, um Fortschritte in der zweiten Verhandlungsphase mit der Hamas zu ermöglichen, wie Haaretz erfahren hat. Obwohl Israel der Forderung zustimmte, setzte es diese nicht um. Allein zwischen Mittwoch und Donnerstag wurden in Gaza elf Menschen getötet, darunter drei Kinder bei einem Angriff auf den Innenhof einer Moschee in Beit Lahia, wie das Gesundheitsministerium in Gaza und lokale Berichte mitteilten. Israelische Verteidigungsbeamte sagten, die USA hätten ihre Forderung etwa zur Zeit des Waffenstillstandsabkommens mit dem Iran gestellt, das Anfang April geschlossen worden war.

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