Von Thomas Röper – 8. April 2026

Nachdem der 10-Punkte-Plan des Iran veröffentlicht wurde, behaupten die USA, sie hätten einen anderen Plan, bestehend aus 15 Punkten, als Basis für den Waffenstillstand akzeptiert. Sind das nur politische Spielchen, oder gehen die Kriegsparteien von völlig unterschiedlichen Voraussetzungen aus?
Dass der 10-Punkte-Plan des Iran Bestimmungen enthält, die die Trump-Regierung eigentlich nicht annehmen dürfte, habe ich bereits ausführlich berichtet und analysiert. Der Plan käme einer Kapitulation der USA gleich, wie auch die weltweiten Medien übereinstimmend festgestellt haben.
Nun gab es Meldungen aus den USA, die es möglich erscheinen lassen, dass beide Seiten von unterschiedlichen Waffenstillstandsvereinbarungen ausgehen. Wenn das so sein sollte, dürfte die Waffenruhe nicht lange halten.
Was steht denn nun in der Vereinbarung?
In der Nacht auf Mittwoch hat US-Präsident Donald Trump einen zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran verkündet. Demnach basierte der Waffenstillstand auf einem Vorschlag des pakistanischen Premierministers Shahbaz Sharif und Trump hatte ihn „unter der Bedingung“ akzeptiert, „dass die Islamische Republik Iran bereit ist, die Straße von Hormus vollständig, unverzüglich und sicher zu öffnen“, wie Trump auf TruthSocial schrieb.
Laut dem iranischen Staatsfernsehen hatte Teheran zehn Bedingungen für einen Waffenstillstand gestellt, denen die USA „gezwungen waren, zuzustimmen“. Das sind die zehn Punkte, die ich bereits analysiert habe. Sie umfassen unter anderem ein Nichtangriffsprinzip, die Kontrolle Teherans über die Straße von Hormus, die Urananreicherung im Iran, die Aufhebung der primären und sekundären Sanktionen, Entschädigungszahlungen in Form einer Gebühr für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus und den Abzug der US-Truppen aus der Region. Außerdem fordert der Iran das Ende der israelischen Angriffe auf den Libanon. […]
Am Mittwochabend deutscher Zeit berichtete die New York Times unter Berufung auf einen Sprecher des Weißen Hauses jedoch, der vom Iran präsentierte 10-Punkte-Friedensplan unterscheide sich von dem Dokument, das US-Präsident Donald Trump als „Arbeitsgrundlage für Verhandlungen“ bezeichnet hatte. Laut der Zeitung lehnte der Sprecher es ab, die Unterschiede im Detail zu erläutern, merkte aber an, dass die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, die Situation voraussichtlich um 13:00 Uhr (19:00 Uhr deutscher Zeit) in einer Pressekonferenz klären werde.