Von Jochen Mitschka – 6. April 2026
Pakistan hat Berichten zufolge den USA und dem Iran Vorschläge unterbreitet, wie der Angriffskrieg gegen den Iran kurzfristig durch einen Waffenstillstand und anschließende Friedensvereinbarungen beendet werden könne. Wie stehen die Chancen auf eine Einigung?
Alle Verträge und Vereinbarungen, welche mit dem Iran in den letzten Jahrzehnten geschlossen wurden, waren letztlich von den USA gebrochen worden, während der Iran sich buchstabengetreu daran gehalten hatte. Daraus entstand natürlich eine erklärbare Skepsis gegenüber möglichen erfolgreichen Umsetzungen von Friedensverträgen. Auch die Erfahrungen Russlands mit Minsk2 dürften dem Iran Kopfzerbrechen bereiten, ob man irgendeiner Zusage aus Washington trauen kann. Und schließlich nicht zu vergessen ist da Israel, dessen Einfluss auf die Regierung in den USA entscheidend sein könnte. Denn zionistische Protagonisten wünschen sich die totale Vernichtung des Erzfeindes, weil dieser in seiner Doktrin erklärt, sich für ein Referendum in Israel einzusetzen. Diese Referendum soll allen Menschen, welche unter der Macht Israels stehen, die Möglichkeit geben darüber abzustimmen, wie das politische Regime in dem Land in Zukunft gestaltet sein soll. Etwas, was Israel als Verweigerung des „Existenzrechts“ ansieht.
Ein Vorbild für den Iran könnten die Taliban sein, welche 20 Jahre lang kompromisslos und unter weitaus schlechteren Voraussetzungen als der Iran derzeit, gegen den scheinbar übermächtigen Feind gekämpft hatten, um ihn dann aus dem Land zu vertreiben.
Die Lage
Die USA und Israel haben im Iran erhebliche Schäden angerichtet. Insbesondere in der zivilen Infrastruktur des Landes. Während sie die militärischen Strukturen kaum erreichten, weil diese tief in Bergen versteckt wurden. Noch ist kein einziges U-Boot des Iran aufgetaucht, und hunderte von Raketenschnellbooten, angeblich die schnellsten der Welt, sind in Kavernen an der Küste versteckt. Raketenproduktion und Lagerung ist tief in den Bergen eingegraben. Die Luftabwehr ist zunehmend aktiv, sobald Flugzeuge den Iran überfliegen, besonders wenn dies in geringeren Höhen erfolgt.
Die USA haben zwar „nur“ Verlust an Waffenmaterial und einigen Soldaten zu beklagen, sowie Nachteile für einige Konzerne, welche an Produktionsstätten in den Golfmonarchien betreiben, aber es gab noch keine direkte Auswirkung auf den eigenen Kontinent. Allerdings drohen die teuren Raketen, welche benötigt werden, um nicht in den Wirkungskreis der iranischen Luftabwehr zu geraten, knapp zu werden. Und eine Aufstockung der Produktion benötigt Monate, wenn nicht Jahre, und weitere Milliarden Dollar Investitionen. Gleiches gilt für die unglaublich teuren Luftabwehrraketen, die sich außerdem zunehmend als unwirksam erweisen. Zerstörungen im Iran sind oft mit weniger Aufwand wieder herzustellen, als die Waffen, die sie zerstören kosten. Eine Tatsache, die letztlich auch dazu geführt hat, dass Saudi-Arabien den Versuch der Invasion des Jemen aufgab.