Iran-Krieg: Das Ergebnis ist absehbar – doch wie tief im Blut die Welt dorthin watet noch nicht

Von Peter Hänseler – 5. April 2026

US-Präsident Trump watet durch das Blutbad, das er angerichtet hat.

Die Folgen des Irankriegs werden die Vorherrschaft des Westens brechen und dem Globalen Süden viel schneller große Mittel und Macht in die Hand geben, als dies unter friedlichen Szenarien geschehen wäre. Trump entscheidet lediglich noch, wie tief die Welt auf dem Weg dorthin im Blut versinkt.

Einleitung

Mit Sprachlosigkeit stellt man fest, dass die westlichen Medien noch immer nicht erkannt haben, dass dieser von Israel und den Vereinigten Staaten unter jedem juristischen und moralischen Aspekt despektierliche Krieg gegen den Iran bereits verloren ist und dass die Folgen bereits mit grossen Lettern an der Wand stehen: Die Vorherrschaft des Westens ist Vergangenheit, das Schicksal der EU und die NATO hängen an einem seidenen Faden, Westasien wird neue Herren haben und Iran als eine der ältesten Zivilisationen der Erde wird in Zukunft wieder die Rolle einer solchen einnehmen.

In diesem Artikel betrachte ich zuerst das Endergebnis, das bereits absehbar ist, da die Kräfteverhältnisse, die Nachhaltigkeit der Parteien augenfällig und die Eskalationsfähigkeit der fanatischen Aggressoren viel bescheidener sind, als sie auf den ersten Blick scheinen. Der Krieg mag auf unterschiedlichen Wegen zu einem Ende kommen, das Ergebnis wird in jedem Fall dasselbe sein. Es geht «nur noch» darum, wie tief Präsident Trump durch Blut zu waten bereit ist. Der Blutzoll steht in direkter Abhängigkeit zur Dauer des Konflikts.

Ich beginne somit mit dem Ende der Geschichte, da das Ende einfacher zu skizzieren ist als der Weg dorthin.

Der Globale Süden übernimmt Westasien

Vor einem Jahr verfasste ich die Serie »Der Krieg zweier Welten hat begonnen«. Darin machte ich mir Gedanken darüber, wie die Stabübergabe vom Kollektiven Westen zum Globalen Süden vonstatten gehen könnte. Ich sah voraus, dass die beiden Welten sich während dieses Prozesses in Stellvertreterkriegen bekämpfen und dass dieser Prozess Jahrzehnte dauern und blutig sein würde. Nicht vorausgesehen habe ich, dass die Vereinigten Staaten den Iran nicht nur einmal, sondern zweimal während diplomatischer Verhandlungen – unter Verletzung von amerikanischem und internationalem Recht – überfallen würden. Dass die Amerikaner dies nach dem Sommer 2025 vor Monatsfrist ein zweites Mal riskierten, nachdem sie dies das erste Mal erfolglos taten, weist auf ein Ausmaß an Hybris und Dummheit hin, von der ich als Analyst vor Jahresfrist nicht auszugehen wagte. Ich muss zugeben, dass ich mir bis zum Kriegsausbruch am 28. Februar nicht vorzustellen vermochte, dass die Amerikaner dermaßen kopflos handeln würden – mein Freund und Autor Scott Ritter und viele andere haben den Umfang der Arroganz und Dummheit ihrer eigenen Regierung besser eingeordnet als ich. Letztmals äußerte sich Scott Ritter bei uns am 20. Februar in »Krieg gegen den Iran«.

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