Von Andrew Korybko – 1. April 2026

Der gemeinsame Druck der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens auf Russland könnte dessen Interessen erheblich schaden.
Der ukrainische Machthaber Selensky entsandte im vergangenen Monat Drohnenexperten und Abfangdrohnen in die Golfstaaten, um ihnen dabei zu helfen, iranische Angriffe abzuwehren, wie sie die Ukraine in den letzten vier Jahren gewohnt war, da Russland bei seinen eigenen Angriffen iranische Drohnen (oder im Inland hergestellte Varianten) einsetzte. Hier wurde die Einschätzung geäußert, dass er damit den Wert der Ukraine in dieser Hinsicht unter Beweis stellen will, um die Chancen zu erhöhen, dass ukrainische Truppen die US-Truppen in der NATO zu diesem Zweck ersetzen – als Gegenleistung dafür, dass die NATO Truppen in die Ukraine entsendet.
Auch wenn noch abzuwarten bleibt, ob dieses strategische Ziel erreicht wird, sind derzeit vor allem die Sicherheitsabkommen von Interesse, die die Ukraine während Selenskys Reise in die Region gerade mit den Golfstaaten geschlossen hat. Abgesehen davon, dass er selbst und die herrschende Clique der Ukraine davon profitieren, sollen diese Abkommen Berichten zufolge gemeinsame Produktion, Zusammenarbeit im Energiebereich und Verteidigungsinvestitionen umfassen. Es ist auch möglich, dass die Ukraine ihre Drohnenabwehrsysteme gegen die Patriot-Raketen der Golfstaaten eintauschen wird, um russische Raketen besser abfangen zu können.
Die Verteidigungsbeziehung, die sich zwischen der Ukraine und den drei wichtigsten Mitgliedern des Golf-Kooperationsrats (GCC) – Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Katar – abzeichnet, dürfte laut Selenskys Aussage zur Laufzeit dieser Abkommen mindestens ein Jahrzehnt betragen. Während Zyniker vermuten könnten, dass es sich hierbei lediglich um eine riesige Geldwäscheoperation handelt, um die Verzögerungen der EU bei der Finanzierung der Ukraine zu umgehen, täten Beobachter gut daran, diese Vereinbarung aufgrund der dunklen Implikationen für Russlands Interessen ernster zu nehmen.
Zunächst einmal: Obwohl Präsident Putin Anfang März im Rahmen seiner Bemühungen um eine politische Lösung des Dritten Golfkriegs mit mehreren Staatschefs der Golfstaaten (GCC) gesprochen hat, scheinen diese ihn nicht mehr als neutral anzusehen, nachdem Berichte aufgetaucht sind, wonach Russland Zielinformationen an den Iran weitergegeben und diesen in der Drohnenkriegsführung geschult haben soll. Der Kreml hat diese Berichte dementiert, während das Weiße Haus sie heruntergespielt hat; doch der GCC hält sie für glaubwürdig, wie die Tatsache zeigt, dass führende Vertreter der Organisation jahrzehntelange Sicherheitsabkommen mit Russlands Erzfeind in der Ukraine geschlossen haben.
In diesem Zusammenhang ist es bezeichnend, dass die VAE zu diesen Ländern gehören, da ihr Staatschef Mohammed Bin Zayed Putin so nahesteht, dass er im Sommer 2023 als Ehrengast am Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg teilnahm; zudem sind die VAE mit einem Anteil von 80 Prozent am Gesamtvolumen der größte arabische Investor in Russland. Diese Investitionen könnten potenziell unter Androhung ihres Rückzugs als Druckmittel eingesetzt werden, um Russland zu Zugeständnissen gegenüber der Ukraine zu zwingen. Die VAE könnten zu diesem Zweck auch ihre Rolle als globaler Finanzknotenpunkt für Russland im Bereich der Gegensanktionen nutzen.
Die Einbeziehung Saudi-Arabiens ist nicht weniger bedeutsam, da Russland sich im Rahmen der OPEC+ mit dem Land abstimmt, um den Ölmarkt zu steuern. Doch könnte dies bald der Vergangenheit angehören, da Saudi-Arabien Russland wohl als Verbündeten des Iran betrachtet und gerade ein eigenes, auf zehn Jahre angelegtes Abkommen mit der Ukraine unterzeichnet hat. Sobald sich die Branche erholt – wie lange das auch immer dauern mag –, könnte Saudi-Arabien den Markt mit Öl überschwemmen, um Russland zu schwächen. Die kombinierte Wirkung des Drucks, den die VAE und Saudi-Arabien auf Russland ausüben, könnte dessen Interessen daher erheblich schaden.
Um es klar zu sagen: Selbst im schlimmsten Fall, dass Russland seine Partnerschaften mit diesen beiden Ländern verliert und diese die verlorenen EU-Gelder für die Ukraine ersetzen (einschließlich möglicher Finanzierungen für deren Rüstungsindustrie), sollte Russland in der Lage sein, seine schrittweisen Fortschritte in der Ukraine fortzusetzen. Dennoch könnten diese potenziellen Rückschläge in Verbindung mit den früheren Rückschlägen in Syrien, Armenien–Aserbaidschan, Venezuela und zuletzt im Iran den Druck auf Russland erhöhen, einen Kompromiss mit der Ukraine einzugehen, wobei freilich unklar bleibt, ob Putin letztendlich nachgeben würde.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.