Von Thomas Röper – 30. März 2026

Nachdem 14 europäische Staaten vor einiger Zeit gedroht haben, Handelsschiffe mit Ziel Russland zu kapern, und die Ukraine Ziele in Russland inzwischen offen über den Luftraum von EU-Staaten angreift, ist ein Blick auf die Chronologie der Ereignisse interessant, mit denen Russland offensichtlich zur Abgabe des ersten Schusses für einen Krieg mit EU-Staaten provoziert werden soll.
Aus aktuellem Anlass veröffentliche ich hier eine aktualisierte Version eines Artikels über die Chronologie der Eskalation in der Ostsee, den ich im Mai 2025 erstmals veröffentlicht habe. Ich habe den Artikel umfassend aktualisiert, weil immer klarer wird, wie die europäischen Staaten gezielt darauf hinarbeiten, in der Ostsee einen Krieg mit Russland zu provozieren. Und wie so oft wird das nur offensichtlich, wenn man sich die Chronologie genau anschaut. […]
Nord Stream und Balticconnector
Am 26. September 2022 wurden beide Pipeline-Stränge von Nord Stream 1 und einer der beiden Pipeline-Stränge von Nord Stream 2 in der Nähe von Bornholm gesprengt. Bekanntlich wurde der Vorfall nie aufgeklärt und bekanntlich hat die Bundesregierung bei Parlamentarischen Anfragen zu der Sprengung gemauert.
Ein Jahr später, am 8. Oktober 2023, wurde eine andere Pipeline, die Balticconnector, die von Finnland nach Estland durch die Ostsee führt, beschädigt. Unmittelbar danach beschuldigten europäische Politiker und Medien Russland, es habe die Pipeline wahrscheinlich sabotiert und NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte am 11. Oktober 2023 ein entschlossenes Handeln der NATO an, sollte sich herausstellen, dass die Beschädigung der Pipeline ein „vorsätzlicher Angriff“ gewesen sei.
Allerdings stellte sich schnell heraus, dass Russland damit nichts zu tun hatte, worüber die Medien allerdings nicht in so großen Überschriften berichteten und natürliche entschuldigte sich auch kein europäischer Politiker dafür, Russland unbegründet beschuldigt zu haben.
Tatsächlich hatte das chinesische Schiff „New Polar Bear“ die Pipeline mit seinem Anker beschädigt, solche Vorfälle kommen immer wieder vor und sind leider Routine. Die Pipeline wurde repariert und im April 2024 wieder in Betrieb genommen, den Schaden übernahm die Versicherung.
Das Problem des russischen Handels
Nach der Einführung der Sanktionen gegen Russland 2022 brach der russische Außenhandel zunächst ein. Aber er erholte sich danach erstaunlich schnell.
Der wohl wichtigste russische Handelshafen ist St. Petersburg in der Ostsee, über den vor 2022 etwa 40 Prozent des russischen Seehandels abgewickelt wurden. Nach dem radikalen Einbruch des Handels 2022 erholte er sich jedoch schnell und schon im September 2023 war er fast wieder auf dem Niveau von vor 2022.
Da es der Plan des Westens war, Russland durch die Sanktionen wirtschaftlich in die Knie zu zwingen, war es absehbar, dass der Westen Maßnahmen gegen den Seehandel ergreifen würde. Aber die Sanktionen und der internationale Druck waren praktisch wirkungslos, also erdachte man radikalere Maßnahmen.