„Trump 2.0s“ Vision der „NATO 3.0“ steht in vollem Einklang mit der gesamten Politik seiner Regierung

Von Andrew Korybko – 29. März 2026

Um es klar zu sagen: Die „Rückkehr zu den Werkseinstellungen“ der NATO wird nicht automatisch den Erfolg der hegemonialen Strategie der USA bedeuten, aber sie muss in diesem Zusammenhang als Teil des globalen Machtkampfs der US-Regierung unter Trump 2.0 verstanden werden.

Politico berichtete Ende Februar, dass die USA eine „Rückkehr zu den Werkseinstellungen“ der NATO anstreben – etwas, das der Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, Anfang des Monats als „NATO 3.0“ bezeichnete, worüber hier berichtet wurde. Die Idee dahinter ist, dass sich die NATO wieder auf ihre eigene „Verteidigung“ konzentrieren soll, anstatt sich im Indopazifik, in Westasien, Osteuropa und anderswo zu überdehnen. Dementsprechend will Trump 2.0 nicht, dass Australien, Japan, Neuseeland, Südkorea oder die Ukraine zum Gipfeltreffen in diesem Sommer eingeladen werden.

Diese fünf Länder – von denen die ersten vier offizielle Indo-Pazifik-Partner des Bündnisses sind, während das letzte, wie hier bereits dargelegt, bereits inoffizielles NATO-Mitglied ist – würden „weiterhin zu Nebenveranstaltungen eingeladen“ und die Zusammenarbeit werde fortgesetzt, doch werde die NATO ihnen nicht mehr so viel Aufmerksamkeit widmen wie in der derzeitigen „NATO 2.0“-Phase. Die Leitvision sieht vor, dass die NATO einen größeren Teil der sogenannten Last der Verteidigung gegenüber Russland trägt, damit die USA ihre militärstrategischen Anstrengungen wieder auf die westliche Hemisphäre und den westlichen Pazifik konzentrieren können.

Trump 2.0 betrachtet Russland nicht wie die Biden-Regierung als große Bedrohung, sondern als eine beherrschbare, während die westliche Hemisphäre als zu unbequem weit von den USA entfernt eingeschätzt wird und China nach wie vor den einzigen systemischen Rivalen bei der Gestaltung des laufenden globalen Wandels darstellt. Dies erklärt den Vorschlag seines Teams zur Reform der Arbeitsteilung zwischen den USA und ihren Verbündeten innerhalb der NATO, der sich perfekt in alle ihre politischen Maßnahmen einfügt, die die Leser unten nachlesen können:

* 14. November 2025: „Der Truppenabzug des Pentagons aus Europa wird Russlands Sicherheitsbedenken nicht zerstreuen

* 6. Dezember 2025: „Die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA legt dar, wie Trump 2.0 auf die Multipolarität reagieren wird

* 12. Januar 2026: „Die ‚Trump-Doktrin‘ ist geprägt von Elbridge Colbys ‚Strategie der Verweigerung‘“

* 24. Januar 2026: „Die neue nationale Verteidigungsstrategie der USA fordert einen militärischen Aufwuchs wie im Weltkrieg

* 17. Februar 2026: „Rubios Rede in München beschrieb die von Trump 2.0 angestrebte neue Weltordnung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die USA bereits damit begonnen haben, ihre Truppenpräsenz in Mittel- und Osteuropa schrittweise abzubauen. Jedoch ist nicht davon auszugehen ist, dass sie sich vollständig aus diesem strategischen Raum zurückziehen werden, da der Plan offenbar darin besteht, die Wiederbelebung des längst verlorenen Großmachtstatus Polens als regionales Bollwerk gegen Russland zu unterstützen. Was den Rest des Kontinents betrifft, so erklärt die Nationale Verteidigungsstrategie, dass „die europäische NATO Russland in Bezug auf Wirtschaftsleistung, Bevölkerungszahl und damit auch latente Militärmacht in den Schatten stellt“; dies müsse lediglich richtig gesteuert werden.

Genau darin liegt der Zweck der „Rückkehr zu den Werkseinstellungen“ des Bündnisses als „NATO 3.0“, was im Wesentlichen der „NATO 1.0“ entspricht, jedoch an die aktuelle geostrategische Lage in Europa angepasst. Während die NATO beginnt, einen größeren Teil der sogenannten Last für ihre Verteidigung gegenüber Russland zu schultern, werden die USA weiterhin Druck auf die Peripherie ihres systemischen Rivalen China ausüben – durch Handelsabkommen und andere Formen der Nötigung –, um China den Zugang zu den Märkten und Ressourcen, die es für seinen weiteren Aufstieg benötigt, einzuschränken oder sogar gänzlich zu verwehren.

Das Endziel besteht darin, China zu zwingen, einem einseitigen Handelsabkommen mit den USA zuzustimmen, das seinen Aufstieg zur Supermacht zum Scheitern bringen und folglich seinen neuen Status als Juniorpartner institutionalisieren würde, nachdem „Chinas Wirtschaft gemäß der Nationalen Sicherheitsstrategie auf den privaten Konsum ausgerichtet“, sprich gestutzt wurde. Um es klar zu sagen: Das bedeutet nicht, dass die „Rückkehr zu den Werkseinstellungen“ der NATO automatisch zum Erfolg der hegemonialen Strategie der USA führt, aber sie muss in diesem Zusammenhang als Teil des globalen Machtkampfs des US-Imperialismus unter Trump 2.0 verstanden werden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

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