18. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 19:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 17. März 2026

Die Analysten zerbrechen sich noch die Köpfe, ob Donald Trumps Plan war, keinen Plan zu haben, um durch die Unberechenbarkeit und schierer Stärke zu siegen, oder ob der Plan war, die Weltwirtschaft in eine Energiekrise zu treiben, um die Entwicklung der Schwellenstaaten und Chinas auszubremsen, da die USA noch über eigenes Öl und Gas verfügen.

Dagegen erkennt man den Plan des Irans inzwischen sehr gut. Er führt seinen existentiellen Überlebenskampf asymmetrisch, mit dezentralisierter Mosaik-Kommandostruktur ohne notwendige zentrale Führung und Raketen und Drohnen statt Flugzeugen. Der Iran setzt auf einen Abnutzungskrieg, der das westliche Konzept von „Schrecken und Furcht“ ins Leere laufen lässt. Das passierte in der Nacht und am 18. Kriegstag. Schauen wir zunächst was Medien melden, die man im Westen weniger zur Kenntnis nimmt:

07 Uhr 45

In der Nacht bis zum Morgen des 17. März 2026 berichteten diese Medien von keiner neuen großangelegten militärischen Eskalation mit direkten Angriffen auf iranisches Gebiet im Rahmen des seit dem 28. Februar 2026 laufenden Krieges durch die USA und Israel. Laut russischen Medien (TASS) ereignete sich jedoch ein Raketenangriff auf ein Wohnhaus im Zentrum von Bagdad, bei dem mindestens vier Menschen getötet und zwei weitere verletzt wurden; das Gebäude soll Mitglieder ungenannter bewaffneter Formationen sowie mehrere iranische Staatsbürger beherbergt haben. Was auf einen Anschlag der USA hinweist.

Iranische Medien wie PressTV meldeten, dass israelische Behörden über 120 Verletzte durch iranische Vergeltungsschläge mit Raketen und Drohnen in den vorangegangenen 24 Stunden (bis zum Abend des 16. März) einräumten; gleichzeitig erklärte die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) alle Logistik- und Unterstützungszentren für den US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford im Roten Meer zu legitimen Zielen und warnte vor Angriffen auf US-Unternehmen im Nahen Osten „in den kommenden Stunden“.

Chinesische Medien (CGTN und Global Times) berichteten weiterhin über die anhaltende Konfrontation, betonten Irans Forderung nach einem sofortigen Abzug der US-Truppen aus dem Persischen Golf und erwähnten keine neuen Vorfälle in den letzten Stunden, sondern verwiesen auf die bereits laufenden Gegenangriffe Irans auf US-Basen und israelische Ziele.

Quellen aus dem globalen Süden wie indische Medien (NDTV) oder die in Al Jazeera integrierten Berichte aus dem Nahen Osten bestätigten die Entwicklungen ähnlich und hoben das anhaltende Abfangen von Drohnen- und Raketen in Golfstaaten sowie die humanitären Folgen hervor.

Der Ölpreis schwankt immer noch um die 100 US-Dollar pro Barrel. Wobei der wichtige US-Markt derzeit noch schläft.

Einschränkungen von Meinungs- und Pressefreiheit

Der Iran-Krieg hat den Fokus der Berichterstattung ausschließlich auf den Nahen Osten gelenkt, was dazu geführt hat, dass viele Menschen im Westen den Überblick darüber verloren haben, was ihre Regierungen in ihren eigenen Ländern tun. Das sollte sich ändern.

In den vergangenen zwei Wochen sind die Vereinigten Staaten, Europa, Kanada, Australien und andere Länder auf sehr ungewöhnliche Weise gegen ihre Bevölkerungen vorgegangen. Das ist keine Überraschung; Länder, die sich im Krieg befinden, werden immer autoritärer. Aber das macht es nicht in Ordnung.

Nehmen wir die EU als Beispiel. Es gibt derzeit gezielte Bemühungen, den Konflikt im Iran zu nutzen, um den EU-Bürgern ihr Recht auf freie Meinungsäußerung zu entziehen. Wir sollten alle wachsam dagegen sein.

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