Von Ulrich Heyden – 16. März 2026
Der aus Moskau unter anderem für das Portal Nachdenkseiten berichtende Journalist Ulrich Heyden, dessen Reportagen aus Russland mehrfach auch in junge Welt erschienen, beklagte am Freitag in einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die unter Verweis auf EU-Sanktionen erfolgte Kündigung seines Kontos bei der Sparkasse:
Sehr geehrter Herr Bundespräsident, Frank-Walter Steinmeier,
ich bin Russland-Korrespondent und schreibe Ihnen, weil ich seit heute von einer Kontokündigung betroffen bin. Diese Maßnahme ist nicht nur geeignet, meine Existenz zu zerstören, sie widerspricht auch den Grundsätzen der Demokratie und der Pressefreiheit. Ich bitte Sie, sich dafür einzusetzen, dass die Kontokündigung rückgängig gemacht wird.
Mein Konto bei der Hamburger Sparkasse habe ich seit Anfang der 1990er. Am Telefon erklärte mir gestern ein Mitarbeiter der Sparkasse, die Kündigung habe mit den EU-Sanktionen gegen Russland zu tun. Der Mitarbeiter der Sparkasse meinte, ich würde in einem »Hochrisiko-Land« leben. Wenn ich in einem »Hochrisiko«-Land lebe, müssten die Bundesregierung und die EU-Kommission mich dann nicht unterstützen? Statt dessen wirft man mir Knüppel zwischen die Beine. In dem Kündigungsschreiben, das ich heute erhielt, ist nur die Rede von einer »Überprüfung« aller unserer »Geschäftsverbindungen zu Kunden, die ihren Wohnsitz in Russland haben«. Konkrete Vorwürfe gegen mich werden nicht erhoben.